Henri-Nannen Preis für Joachim Fest.
WDR 3 Tageszeichen / 11.5.2006
„Ich bin’s nicht gewesen – Adolf Hitler ist es gewesen!“ das war die Ausrede – nicht vom NSDAP-Ortsgruppenleiter aus Hintertupfingen oder einem Mitläufer in irgend einem Ministerium, nein, das war die Verteidigungsstrategie derer, die in Nürnberg angeklagt waren: Der Führungsriege des Deutschen Reiches. War es die Verteidigungsstrategie aller Angeklagte in Nürnberg? Nein, einer scherte aus und erkannte eine Mit-Verantwortung für die Verbrechen, auch wenn er ebenfalls von den meisten Untaten nichts gewusst haben wollte: Der Rüstungsminister Albert Speer – er musste nur 20 Jahre ins Gefängnis. Eine Zeit, die er nutzte, um über sein Leben nachzudenken und seine Sicht der Dinge aufzuschreiben: Seine Erinnerungen erschienen 1969. Geburtshelfer dieser Memoiren waren der Verleger Wolf Jobst Siedler und: Joachim Fest. Siedler und Fest trafen sich mit Speer und fragten ihn nach eigenem Bekunden, „was er von den Verbrechen des Regimes gewusst habe“. Sie fragten also nicht, an welchen Verbrechen er beteiligt war.
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