Neues zum "Geist des Kapitalismus".

Die religiöse Struktur des modernen Wirtschaftsdenkens.

Bei den Stichworten "Kapitalismus" und "Religion" fällt den meisten immer noch der Name Max Weber ein. Der meinte, dass der Calvinismus die geistigen Vorraussetzungen geschaffen habe für die Entwicklung des Kapitalismus in Europa und Amerika. Seine Studie "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" hat eine Wirkungsgeschichte nach sich gezogen, vor der jeder Autor nur vor Neid erblassen kann. Obwohl Historiker immer wieder nachgewiesen haben, dass der von Weber postulierte Zusammenhang von Konfession und wirtschaftlichem Erfolg nicht taugt zur Erklärung der Wirtschaftsgeschichte, ist die These dennoch kaum totzukriegen. Von daher ist der Versuch, den "Geist des Kapitalismus" einmal anders zu rekonstruieren, reizvoll und nicht so verwegen, wie es scheint. Kann man dazu doch an die alte Weber-Kritik von Lujo Brentano und Wener Sombart anknüpfen.

Fleischmann Gewinn

In meinem Buch Gewinn in alle Ewigkeit. Kapitalismus als Religon habe ich versucht aufzuzeigen, wie sich mit dem Aufkommen des Kapitalismus das Denken über die Welt geändert hat: Die Wurzeln eines neuen Geistes liegen nicht im Genf Calvins, sondern dort, wo sich erste kapitalistische Wirtschaftsformen in Europa etabliert haben: Bei den großen Fernhändlern in der italienischen Renaissance.

Dabei hat sich das neue Denken über die Wirtschaft im Gegensatz zur bisherigen Religion in Europa, dem Christentum, entwickelt. Der Kapitalismus hat das christliche Denken als dominantes Modell der Welterklärung abgelöst, sich dabei aber selber religiöser Formen bedient: Kapitalismus als Religon.

Einige Aufsatz-Auskoppelungen aus dem Buch, das im April 2010 erschienen ist, finden sich unter dem Menüpunkt Themen, darin ist auch eine fünfteilige Hörserie zum Buch, die im Deutschlandfunk gesendet wurde.

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Ihr Kommentar

Re: Neues zum "Geist des Kapitalismus".
Bitte unbedingt anschauen: Greidner 1. Endstation Globalisierung, neue Wege in eine Welt ohne Grenzen. 2. Der Kapitalismus frisst seine Kinder. Ist ja der Sinn der Globalisierung die Ausrottung des Mittelstandes und alle müssen immer mehr kaufen u.produzieren. Alles dient nur dem Kapital und die ganze Welt hat nichts davon. Auch dass immer genug Flüchtlinge Migration usw.produziert werden und den Wegfall der Grenzen, keine Lösungen usw. sind erwünscht. H.P.Hagnauer Orch.-Musiker/Musiklehrer
Kommentar von h.p.hagnauer(at)bluewin.ch - Hagnauer H.P. (27.12.2012)
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