Wer jetzt kein Grieche ist, hat kein Herz.

Griechenland-Flagge

Die Lage für Griechenalnd ist trostlos nach dem Brüsseler Gipfel. Not in my name! Ich schäme mich für eine Regierung, die vorgibt meine Interessen zu vertreten, dabei aber eine Politik im Interesse der Reichen und Mächtigen in Europa durchsetzt. Wenigtens ist die harte und demütigende Haltung der Bundesregierung als solche auch in den deutschen Medien erkannt worden. Noch klarer sieht man die Verhältnisse von außen. Ich empfehle das interessante Interview mit dem Amerikaner Mark Weisbrot in der taz, deutlich auch Jayati Gosh aus Indien. Ich selber habe am Gipfelsonntag Bernhard Emunds interviewt, der auch auf den Totalausfall der Kirchen in dieser Frage hinweist. mehr

Umgang mit Missbrauchsüberlebenden - nichts gelernt.

In der Zentrale der katholischen Kirchenhierarchie in Deutschland hat man nichts gelernt: Da begnet man Missbrauchsüberlebenden und ihren Familien weiter mit einer gönnerhaften Haltung von oben. Selbstkritik? Fehlanzeige. Die Kirche, die Kirche, die hat immer recht... mehr

Hans Christoph Binswanger und Josef Ackermann: Ein extrem gemischtes Doppel.

Ackerman-Binswanger

Im Rahmen der Konferenz Ihr aber glaubet habe ich ein Gespräch mit Josef Ackermann und seinem Doktorvater Hans Christoph Binswanger geführt. Der Kollege Joachim Frank hat es launig besprochen. mehr

Gottes Werk und der Genossen Beitrag.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatten die evangelischen Landeskirchen Probleme, Kreditgeber zu finden und gründeten eigene Banken. Zwei evangelische Banken sind nach vielen Fusionen übrig geblieben. Agieren sie anders als weltliche Institute? mehr

Die Rücklagen wachsen - die Probleme auch.

Die steigenden Kirchensteuereinnahmen stellen die evangelischen Landeskirchen vor zwei Herausforderungen: Gegenüber der Öffentlichkeit muss man den Reichtum rechtfertigen. Intern wiederum kollidieren die steigenden Einnahmen mit den Planungsvorgaben, die spätestens seit 2006 auf weniger Geld eingestellt wurden. Eine Analyse der finanziellen Lage der evangelischen Kirchen. mehr

"Gott will in Dunkel wohnen."

Ein beeindruckendes Filmprojekt der Missbrauchsüberlebenden Susanne Jensen.

susajensen

Auch die Zeitschrift Publik Forum hat mit Pfarrerin Jensen ein starkes Interview geführt über Kreuz und Auferstehung. Weniger beeindrucken ist, was die EKD zur Bedeutung des Leidens Jesu veröffentlicht hat. Ich habe dazu mit einem der Autoren, Stephan Schaede, gesprochen. mehr

TTIP und die Kirchen.

Das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP, über das derzeit die USA und die Europäische Union verhandeln, wird auch unter Katholiken und Protestanten diskutiert. Die Kirchenleitungen tun sich mit einer Kritik daran schwer. mehr

Nicht nur Opfer und Bittsteller: Überlebende sexueller Gewalt.

Kirchen und Politik haben Hilfen bereitgestellt für Menschen, die in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden sind: Fonds für Hilfs- oder "Entschädigungs"-Zahlungen wurden aufgelegt. Damit aber erfahren die, an denen schwere Verbrechen begangen wurden, keine Gerechtigkeit, sondern sie werden in den Status von Hilfsempfängern und Antragstellern gedrängt. Überlebende sexueller Gewalt erzählen in einem Radiofeature, wie sie mit den damit verbundenen Zumutungen umgehen. Geschichten über Demütigungen und Selbstbehauptung. mehr

"Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern."

Im Vater Unser versprechen Christen jeden Sonntag einen Schuldenerlass. Aber das meinen sie wohl nicht so. Zumindest bleibt es in der Kirche merkwürdig still, obwohl das Thema Schulden und Schuldenerlaß grad wieder auf der politischen Agenda steht. mehr

Kirchens doppelte Haushaltsführung.

Kölner-Dom-Dreikönigsschrein

Das Erzbistum Köln hat seine Vermögensbilanz veröffentlicht. Aber was sagen die Zahlen eigentlich aus? mehr

Sparen für die Pensionskasse.

Die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat das von der Kirchenleitung vorgelegte Sparpaket von 11,3 Millionen beschlossen, das nun besonders die kirchliche Bildungsarbeit treffen wird. Angeblich habe die Kirche ein Stück über ihre Verhältnisse gelebt, so Präses Manfred Rekowski. Zugleich beschloss die Synode, dass jedes Jahr zwei Prozent mehr von der Kirchensteuer in die Pensionskasse für Pfarrer und Kirchenbeamte gelegt werden, das wären derzeit circa 12 Millionen Euro. Es wird also nicht gespart, sondern umgeschichtet - und das ohne Not: Es steht nicht zu befürchten, dass die Pensionskasse in absehbarer Zukunft die Pensionen nicht auszahlen kann. Aber die Leitungen aller Landeskirchen haben sich ohne Zustimmung ihrer Kirchenparlemente auf einen Erweiterten Solidarpakt verpflichtet. Daraus wird die Forderung abgeleitet, die Pensionsrücklagen zu 70 Prozent mit Kapital zu decken. Um diese gegriffene Zahl zu erfüllen, soll also bei den Schulen gekürzt werden. Nur wenige in der Landeskirche erkennen diese Zusammenhänge. mehr

Vom gerechten Tausch zum Investment.

stapferhaus geld

Das Stapferhaus in Lenzburg in der Schweiz hat im November eine sehr anregende Ausstellung über das Geld eröffnet: Geld. Jenseits von Gut und Böse.
Es gibt ein Handbuch zur Ausstellung mit verschiedenen Essays. Auch ich bin eingeladen worden, dazu etwas zu schreiben: Vom gerechten Tausch zum Investment. Über den Wandel ökonomischer Selbstverständlichkeiten.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 29.November 2015. mehr

Konversion als Testfall für die Religionsfreiheit.

Jeder darf glaube, was er will? Denkste! Spätestens wenn jemand seinen Glauben wechselt, wollen viele mitreden: Familie, Freunde, Arbeitgeber und Gerichte. Zur ARD Themenwoche Toleranz habe ich für den SWR ein Radiofeature gemacht.
Einen skandalösen Aspekt des Themas - konvertiter Flüchtlinge müssen in Deutschland ihren Glaubesnwechsel vor Gericht begründen - habe ich für den WDR kurz dargestellt. mehr

Für Pfarrers Rente spekulieren: Kirche an der Börse.

Your bible is printed on dollars / your dollars are printed with blood. Diese Zeile aus einem großartigen Lied von b.fleischmann gibt die Klammer für mein Radiofeature über Kirche und Geld.

bfleischmann-grave mehr

Ein Pakt, den keiner kennt.

Ein beeindruckendes Beispiel protestantischer Transparenz: Die Kirchenkonferenz, in der die beiden ranghöchsten Vertreter jeder Landeskirche zusammensitzen, beschließt einen "Erweiterten Solidarpakt". Der betrifft das Finanzverhalten aller Landeskirchen: Man habe "finanzielle Mindesstandards einer verantwortlichen Finanzplanung" festgelgt, die vom Kirchenamt der EKD "überwacht" würden, erklärt Thomas Begrich vom Kirchenamt der EKD. Dazu liefern die Landeskirchen jährlich Daten bezüglich Personal, Rücklagen, Schulden, etc. nach Hannover.

Leider sind die Beschlüsse der Kirchenkonferenz nicht öffentlich. Aber, so versichert das Kirchenamt auf Nachfrage, selbstverständlich seien auch die Landessynoden "informiert". Ist das so? In der rheinischen Landeskirche kennt den Pakt zwar keiner, seine Auswirkungen sind aber dennoch zu spüren. mehr

"Einen Menschen töten, heißt nicht eine Lehre verteidigen!"

Der Refomator Johannes Calvin betrieb die Hinrichtung des Spaniers Michael Servet, der eine neue Trinitätslehre vertrat. Servet wurde verbrannt. Bis heute ist das vielen Theologen peinlich, sie verweisen darauf, dass es im 16. Jahrhundert normal gewesen sei, sogenannte Ketzer zu verbrennen. War es aber nicht. Schon damals regte sich Protest unter Protestanten; einer von ihnen: Sebastian Castellio, der dafür stritt, dass man Ketzer nicht mit staatlicher Gewalt verfolgen sollte. Eine historische Erinnerung mit aktuellen Bezügen.
Zum nachlesen oder nachhören.
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Wem gehört die Zeit?

Ist die Moderne nur durch eine Beschleunigung gekennzeichnet, wie es die Analyse des Soziologen Hartmut Rosa will, oder auch durch eine massive Fremdaneignung von Zeit? Die Knappheit der Zeit wird dort zum Problem, wo man nicht mehr selber Herr über seine Zeit und seine Rhythmen ist. mehr