Konversion als Testfall für die Religionsfreiheit.

Jeder darf glaube, was er will? Denkste! Spätestens wenn jemand seinen Glauben wechselt, wollen viele mitreden: Familie, Freunde, Arbeitgeber und Gerichte. Zur ARD Themenwoche Toleranz habe ich für den SWR ein Radiofeature gemacht.
Einen skandalösen Aspekt des Themas - konvertiter Flüchtlinge müssen in Deutschland ihren Glaubesnwechsel vor Gericht begründen - habe ich für den WDR kurz dargestellt. mehr

Für Pfarrers Rente spekulieren: Kirche an der Börse.

Your bible is printed on dollars / your dollars are printed with blood. Diese Zeile aus einem großartigen Lied von b.fleischmann gibt die Klammer für mein Radiofeature über Kirche und Geld.

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Ein Pakt, den keiner kennt.

Ein beeindruckendes Beispiel protestantischer Transparenz: Die Kirchenkonferenz, in der die beiden ranghöchsten Vertreter jeder Landeskirche zusammensitzen, beschließt einen "Erweiterten Solidarpakt". Der betrifft das Finanzverhalten aller Landeskirchen: Man habe "finanzielle Mindesstandards einer verantwortlichen Finanzplanung" festgelgt, die vom Kirchenamt der EKD "überwacht" würden, erklärt Thomas Begrich vom Kirchenamt der EKD. Dazu liefern die Landeskirchen jährlich Daten bezüglich Personal, Rücklagen, Schulden, etc. nach Hannover.

Leider sind die Beschlüsse der Kirchenkonferenz nicht öffentlich. Aber, so versichert das Kirchenamt auf Nachfrage, selbstverständlich seien auch die Landessynoden "informiert". Ist das so? In der rheinischen Landeskirche kennt den Pakt zwar keiner, seine Auswirkungen sind aber dennoch zu spüren. mehr

Kirche und Missbrauchsüberlebende.

Papst Franziskus hat sechs Missbrauchsüberlebende getroffen. Verändert die publikumswirksame Geste etwas beim Umgang der Kirchenoberen mit Gewaltüberlebenden? Ein Gespräch mit Erika Kerstner von Gottes-Suche, einer Arbeits- und Selbshilfegruppe gewaltüberlebender Christinnen. mehr

Die Drohne kommt, die Kirchen schweigen.

Schon bei der Bewertung des Afghanistan-Einsatzes konnte sich die Kammer für öffentiche Verantwortung der EKD nicht auf eine einhellige Stellungnahme einigen. Zum Einsatz von Kampfdrohnen hat man lieber gleich auf eine Stellungnahme verzichtet wegen Uneinigkeit. Wie Konservative und Militärs unliebsame Kirchenworte verhindern können.

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"Einen Menschen töten, heißt nicht eine Lehre verteidigen!"

Der Refomator Johannes Calvin betrieb die Hinrichtung des Spaniers Michael Servet, der eine neue Trinitätslehre vertrat. Servet wurde verbrannt. Bis heute ist das vielen Theologen peinlich, sie verweisen darauf, dass es im 16. Jahrhundert normal gewesen sei, sogenannte Ketzer zu verbrennen. War es aber nicht. Schon damals regte sich Protest unter Protestanten; einer von ihnen: Sebastian Castellio, der dafür stritt, dass man Ketzer nicht mit staatlicher Gewalt verfolgen sollte. Eine historische Erinnerung mit aktuellen Bezügen.
Zum nachlesen oder nachhören.
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Wieviel Meinungsfreiheit darf es beim WDR sein?

Die Geschichte ist schnell erzählt: Christine Lemke-Matwey, freie Moderatorin bei WDR 3, hat in einem Text für DIE ZEIT beklagt, dass die klassische Musik immer mehr ins Abseits gerate innerhalb der ARD-Sender; verantwortlich machte sie dafür in erster Linie die generationenspezifische Sozialisation der gegenwärtigen Führungsriege innerhalb der ARD, die von den 68ern ein "militantes Desinteresse an der Hochkultur" geerbt habe. Mit Mozart sei kein Staat mehr zu machen, nur noch mit Bob Dylan. Als Reaktion darauf haben, so wird berichtet, der WDR 3-Wellenchef und der Kulturchef die Zusammenarbeit mit Lemke-Matwey wegen Illoyalität aufgekündigt. mehr

Denn wo Dein Schatz ist, ...

Stell Dir vor, in der Kirche würde offen und kontrovers über die wirklich wichtigen Entscheidungen gestritten; z.B. was die Kirche mit ihrem Geld macht. Ein verheißungsvoller Anfang ist die alternative Kirchenzeitung Die mündige Gemeinde aus Berlin. Toll, was Pfarrerin Katharina Dang mit ihren Mitstreitern da stemmt! mehr

Die Jesuiten und der Missbrauch - eine unabgeschlossene Geschichte.

Stella Rheni
Ein hervorragendes Buch hat die Bonner Kollegen Ebba Hagenberg-Miliu da herausgegeben: Über die Jesuiten und den Missbrauchsskandal am Bonner Aloisiuskolleg. Da kann man viel darüber lernen, wie im Jesuitenorden mit dem Thema umgegangen wurde und wird. Außerdem werden - besonders in dem Gespräch mit dem Internatsleiter Christopher Haep einige neue Details offenkundig.
Als Einstieg ins Thema kann ich auf mein Feature über die Jesuiten und den Missbrauch verweisen, das auf WDR 5 lief; man kann es nachhören oder nachlesen. mehr

Kissinger - Protest gegen neue Professur.

Mal wieder was zum Unterschreiben: bitte keine Henry-Kissinger-Professur an der Uni Bonn. Was für ein Politikverständnis mit dem Namensgeber der Professur salonfähig gemacht werden soll, habe ich kurz für WDR 5 skizziert. Dazu ein Bild vom großen Außenpolitiker beim shake-hands mit einem "Freund des Westens".

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Die Kirche geht an die Börse.

Die evangelischen Kirchen in Deutschland sind wohlhabend – und sie tragen immer mehr Geld auf die Finanzmärkte, um für die Pfarrpensionen zu sparen. Statt eines Umlagesystems (die Pensionen werden aus dem laufenden Haushalt bezahlt) haben sich die Landeskirchen verpflichtet, Kapitalstöcke für die Pensionsansprüche anzusparen. Also wird Geld investiert und im laufenden Haushalt gespart, um die Kapitalstöcke anzusparen.
Was mache ich eigentlich, wenn ich als Kirchensteuerzahler nicht will, dass meine rheinische Landeskirche mittlerweile rund 10 Prozent meiner Kirchensteuer direkt auf die Finanzmärkte trägt? - Ich finde, da liegt schon genug Geld. mehr

Geld. Macht. Wenig.

Die katholische und die evangelischen Kirchen legen immer mehr Geld an – vornehmlich für die Altersversorgung ihrer Mitarbeiter. Schätzungen sprechen von einem Kapitalvolumen beider großen Kirchen von rund 60 Milliarden Euro. Geld ist Macht. Was Macht die Kirche mit dem Geld: Sie will es ethisch korrekt und nachhaltig anlegen. Aber was bringt das? Kann die Kirche mit dem Geld Einfluss auf Unternehmensentscheidungen nehmen? Dies hat nun eine Studie des Siegburger Südwind-Instituts versucht herauszufinden: was verändert ethisches Investment? mehr

Deutliche Unklarheit.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich - mal wieder - zum Afghanistan-Einsatz geäußert, und hat in ihrem Meinungs-Baukasten für jeden was dabei. Also darf man die deutsche Beteiligung am Krieg in Afghanistan kritisch sehen, man darf aber auch weiter Krieg führen mit dem Segen der Kirche... mehr

Wem gehört die Zeit?

Ist die Moderne nur durch eine Beschleunigung gekennzeichnet, wie es die Analyse des Soziologen Hartmut Rosa will, oder auch durch eine massive Fremdaneignung von Zeit? Die Knappheit der Zeit wird dort zum Problem, wo man nicht mehr selber Herr über seine Zeit und seine Rhythmen ist. mehr

Der Lastenträger. Christophorus als Zustand und Legende.

Da steigt das liebe Jesuskind dem Christophorus ganz schön unkomfortabel auf die Schulter. Und was macht es mit den Händen? Hält es sich im Haupthaar des Riesen fest und weist den Weg? Oder schlägt gar auf seines Trägers Kopf? In jedem Fall kein gemütlicher Reiter, das Kind bei Albrecht Dürer.

christophorus

Gemütlich ist es auch dem Lastenträger nicht, von dem mein Radiostück erzählt. mehr