Zum Mitreden

Darf ein Flüchtling glauben, was er will?

Deutsche Gerichte überprüfen Konversionen.

16.11.2014
Eine junge Frau, die anonym bleiben möchte. Sie ist aus dem Iran geflohen und trifft sich mit anderen iranischen Flüchtlingen in einer deutschen Kirchengemeinde zum Gottesdienst und zu Bibelstunden.
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Stichworte:  Flucht, Iran, Konversion, Religionsfreiheit

Wieviel Meinungsfreiheit darf es beim WDR sein?

22.05.2014
Die Geschichte ist schnell erzählt: Christine Lemke-Matwey, freie Moderatorin bei WDR 3, hat in einem Text für DIE ZEIT beklagt, dass die klassische Musik immer mehr ins Abseits gerate innerhalb der ARD-Sender; verantwortlich machte sie dafür in erster Linie die generationenspezifische Sozialisation der gegenwärtigen Führungsriege innerhalb der ARD, die von den 68ern ein "militantes Desinteresse an der Hochkultur" geerbt habe. Mit Mozart sei kein Staat mehr zu machen, nur noch mit Bob Dylan. Als Reaktion darauf haben, so wird berichtet, der WDR 3-Wellenchef und der Kulturchef die Zusammenarbeit mit Lemke-Matwey wegen Illoyalität aufgekündigt.
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Stichworte:  Medien, Meinungsfreiheit, WDR

Ein Pakt, den keiner kennt.

03.04.2014
Im Windschatten der Reformdiskussion über „Kirche der Freiheit“ hat die Kirchenkonferenz, also der Zusammenschluss aller Landeskirchenleitungen, einen „Erweiterten Solidarpakt“ beschlossen. Darin gehe es um die Vereinbarung finanzieller „Mindeststandards“ bezüglich Personalkosten, Liquidität, Rücklagen und Verschuldung, informierte der damalige EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, die EKD-Synode im Jahr 2006 – freilich nur im schriftlichen Teil seines Ratsberichtes, also relativ unbemerkt.
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Geld, Pensionen

Geld. Macht. Wenig.

Das ethische Investment der Kirchen übt kaum Einfluss auf Unternehmen aus.

18.02.2014
Die Kirchen legen immer mehr Geld an – vornehmlich für die Altersversorgung ihrer Mitarbeiter. Schätzungen sprechen von einem Kapitalvolumen beider großen Kirchen von rund 60 Milliarden Euro. Geld ist Macht. Was Macht die Kirche mit dem Geld: Sie will es ethisch korrekt und nachhaltig anlegen. Aber was bringt das? Kann die Kirche mit dem Geld Einfluss auf Unternehmensentscheidungen nehmen? Dies hat nun eine Studie des Siegburger Südwind-Instituts versucht herauszufinden: was verändert ethisches Investment?
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Stichworte:  Ethik, Evangelische Kirche, Kapital

Kirche und Pfarrpensionen.

Zur Struktur einer Diskussion.

06.02.2014
Die Kirchen in Deutschland sind wohlhabend – und doch hören das die Kirchenleitungen nicht gerne. Sie finden, dass sie viele Aufgaben zu schultern und deswegen das viele Geld nur zu bitter nötig hätten. In den evangelischen Kirchen wird in diesem Zusammenhang auch auf die Pensionslasten der Kirchen verwiesen, also die Kosten für die Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand, die in den folgenden Jahren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gingen, noch deutlich zunähmen.
Jüngstes Beispiel für diese Sorgen: Die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat auf ihrer Synode im Januar den ersten Teil eines umfangreichen Sparprogramms beschlossen: Bis zum Jahr 2018 sollen 20 Millionen Euro aus dem Haushalt für gesamtkirchliche Aufgaben gekürzt werden. Zugleich hatte schon die vorige Synode eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die überlegen soll, wie man die Rücklagen für die Pensionen der Pfarrerinnen und Pfarrer vergrößern kann. Sparen für die Pfarrerpensionen?

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Stichworte:  Altersversorgung, Evangelische Kirche, Geld

Diakonie arbeitet am Arbeitsrecht.

Wer vertritt die Mitarbeitenden?

20.10.2013
Vom 15. bis 17.Oktober tagte die Konferenz für Diakonie und Entwicklung, das höchste Gremium des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung, also dem Zusammenschluss von Diakonie und den evangelischen Entwicklungshilfswerken. Neben der Verlängerung der Amtszeit von Diakoniepräsident Johannes Stockmeier bis zum Frühjahr 2014 mussten die Delegierten auch neue Regelungen für die Besetzung der Arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie Deutschland beschließen. In dieser Kommission von diakonischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern werden derzeit die Gehälter von ca. 150.000 Beschäftigten in der Diakonie ausgehandelt.
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Stichworte:  Arbeitsrecht, Diakonie, Evangelische Kirche, Gewerkschaft

Ahndung sexuellen Missbrauchs und Disziplinarrecht - passt das zusammen?

Ein Urteil des EKD-Disziplinargerichtshofes und seine Konsequenzen.

28.07.2013
Seit dem Jahr 2010 sind auch im Bereich der evangelischen Landeskirchen Fälle sexuellen Missbrauchs angezeigt worden – zum Teil liegen die Taten lange zurück. Wenn die Täter noch leben, haben die Landeskirchen mitunter Disziplinarverfahren gegen die beschuldigten Pfarrer eingeleitet. Nun liegt seit wenigen Wochen ein letztinstanzlicher Beschluss des EKD-Disziplinargerichtshofes in einem solchen Fall vor: Einstellung des Verfahrens! – Damit wurde das Urteil der ersten Instanz kassiert: Die Disziplinarkammer der bayerischen Landeskirche hatte den Pfarrer und ehemaligen Oberkirchenrat noch wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs mit der disziplinarrechtlichen Höchststrafe belegt, der Entfernung aus dem Dienst – und damit eine drastische Kürzung der der Ruhestandsbezüge. Nach dem Urteil des EKD-Gerichtes aber bleibt er straflos Pfarrer im Ruhestand. Ein Urteil mit Signalwirkung?
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Gerechtigkeit, Missbrauch

Der Streit um das kirchliche Arbeitsrecht geht weiter.

Zum Hamburger Kirchentag.

30.04.2013
Die Evangelische Diakonie beschäftigt rund eine halbe Millionen Arbeitnehmer, zusammen mit der Caritas sind es ungefähr eine Millionen. Für die meisten von ihnen gilt ein eigenes Arbeitsrecht mit eigenen Strukturen der Lohnfindung. Diese Sonderarbeitsrecht der Kirchen kommt in den letzten Jahren vermehrt in die Diskussion, nicht zuletzt durch einen langen Gerichtsprozess um das Streikrecht in der Kirche. Dieser Prozess wird wohl vor dem Bundesverfassungsgericht weitergehen, im Herbst aber hatte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt bereits eine wegweisende Entscheidung gefällt: Danach muss die Kirche eine Verbindlichkeit in der Anwendung ihrer Tarife sichern und die Gewerkschaften bei dem Verfahren zur Lohnfindung beteiligen, wenn sie darauf bestehen wollen, dass in ihren Einrichtungen nicht gestreikt werden darf. Nach dem Erfurter Urteil ist etwas Bewegung in das Verhältnis zwischen Kirche und Diakonie gekommen.
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Stichworte:  Arbeitsrecht, Diakonie, Gewerkschaft, Streik

Das Risiko des Gerichtsweges.

Zur Entscheidung von ver.di, in Sachen Streikrecht in der Diakonie vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen.

21.04.2013
Direkt nach der Urteilsverkündung des Bundesarbeitsgerichtes in Erfurt präsentierten sich beide Seiten als Sieger: Die Kirchen meinte, ihr Selbstbestimmungsrecht sei gestärkt worden, und die Gewerkschaft frohlockten, dass die Mitarbeiter in Kirche und Diakonie beim derzeitigen Stand der Dinge streiken dürften.
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Stichworte:  Arbeit, Diakonie, Gewerkschaft, Streik

Branchentarifvertrag und Dritter Weg - geht das zusammen?

Fragen an den Co-Direktor der Diakonie Hannover, Jörg Antoine.

25.01.2013
Der Jurist Dr. Jörg Antoine ist stellvertretender Direktor des Diakonischen Werkes der ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Er plädiert für einen Branchentarifvertrag Soziales, also einen Tarifvertrag, der in der gesamten Sozialbranche verbindlich ist, um die Konkurrenz über die Löhne zu beenden.
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Stichworte:  Branchentarifvertrag Soziales, Diakonie

Der Geist von Erfurt.

Das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes zum kirchlichen Arbeitsrecht.

07.12.2012
„Das ist in der Hauptsache ein Erfolg für die Gewerkschaften. Denn klar ist, dass wir bis auf weiteres streiken und Tarifverträge durchsetzen können“, so Frank Bsirske, Bundesvorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am 20. November nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes zum Streikrecht in Kirche und Diakonie. Johannes Stockmeier, Präsident des Diakonie-Bundesverbandes, hörte aus dem selben Urteil etwas ganz anderes, nämlich: „dass der Dritte Weg mit seinem Ausschluss von Streik und Aussperrung ausdrücklich bestätigt worden ist“. Hier sei gerade kein Fenster in Richtung Streik aufgemacht worden.
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Stichworte:  Diakonie, Gewerkschaft, Streik

Vom Ratsvorsitzenden zum Berater.

Wolfgang Huber zum 70. Geburtstag.

12.08.2012
Beinahe wäre er in diesem Frühjahr auch noch Bundespräsident geworden. Nun bleibt er nur Alt-Bischof von Berlin-Brandenburg und ehemaliger Ratsvorsitzender: Wolfgang Huber, der heute am Sonntag seinen 70. Geburtstag feiert. Es hätte zu seinem Lebenswerk gepasst, denn der Professor im Bischofsamt, war auch wie kaum ein anderer prominenter Kirchenmann Politiker. Nun macht er das, was auch Politiker nach dem Ende ihrer Karriere machen: Er verdient etwas Geld dazu als Redner und Berater – und da er Kirchenmann und Theologieprofessor war, berät er in Sachen Ethik. Eine Erinnerung an die wichtigsten Stationen seiner Zeit als Ratsvorsitzender:
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Ökumene, Reformen

Öffentliches Bekenntnis

In Nordrhein-Westfalen gibt es immer noch Bekenntnisgrundschulen.

22.06.2012
Da waren es schon drei. Die Grundschule Overbeckstraße ist innerhalb weniger Monate die dritte Grundschule im katholischen Köln, bei der Eltern die Umwandlung einer Katholischen Grundschule in eine sogenannte Gemeinschaftsgrundschule beschlossen haben. Der Grund war in allen drei Fällen der Gleiche: Die Schulen hatten keine Direktorin. Mangel an Grundschulleiterinnen ist in ganz Nordrhein-Westfalen ein Problem. Bei Katholischen Grundschulen verschärft sich das jedoch, weil dort nur Lehrer werden kann, wer katholisch ist. Außerdem habe man wegen der Bekenntnisbindung keine nicht-katholischen Referendare oder Vertretungen übernehmen können, sagt Stephanie Kaul, die mit einer Kollegin die Grundschule Overbeckstraße kommissarisch leitet.
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Stichworte:  Katholische Kirche, Nordrhein-Westfalen, Schule

Eine Erfolgsgeschichte und ihre Folgen.

20 Jahre Transfair-Siegel in Deutschland.

17.06.2012
Ein blau-grünes Zeichen auf schwarzem Grund – sieht etwas aus nach Ying und Yang, zwischen dem grünen und dem blauen Tropfen steckt aber noch ein Mensch mit erhobenem Arm: das Transfair-Sigel. Inzwischen findet man es in fast jedem Supermarkt. Ist das Siegel auf einem Produkt zu sehen, zeigt es an, dass dieses Produkt oder zumindest die Mehrzahl seiner Rohstoffe zu fairen Bedingungen aus Ländern des Südens bezogen wurden. Vor zwanzig Jahren im Juni 1992 haben kirchliche Organisationen den Verein TransFair e.v. gegründet, der das Siegel in Deutschland vergibt.
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Stichworte:  Gerechtigkeit, Globalisierung

Geht Wachstum auch linksrum?

Bedeutet links zu sein für oder gegen Wachstum zu sein?

13.06.2012
Eine Lehre aus der Finanzkrise schien zunächst zu sein - zumindest für die, die sich als links verstehen - dass es mit dem Wirtschaftswachstum nicht mehr so weitergehen könne wie bisher. Jedenfalls ist das Thema Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren vermehrt kritisch diskutiert worden.
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Stichworte:  Europa, Geld, Kapital, Wachstum

Europäisches Musterländle oder Motor der Ungleichheit?

Zur Herabstufung von neun Euro-Ländern durch Standard&Poor's.

16.01.2012
Es ist nicht so extrem glaubwürdig als deutscher Regierungspolitiker amerikanische Ratingagenturen zu bashen – und der bösen amerikanischen Agentur vorzuwerfen, sie würde eine Politik gegen Europa betreiben. Wer, wie die deutsche Bundesregierung an die Urteile des Marktes glaubt, der kann die Verkünder dieser Markturteile nicht verdammen wollen
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Stichworte:  Finanzkrise, Geld, ökonomische Theorie

Gerechtigkeit stabilisiert die Wirtschaft.

05.01.2012
Die Verteilung über den Markt habe nun mal nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Und das sei auch gut so, erklärte mit erfreulicher Offenheit der liberale Ökonom Friedrich August von Hayek. Im Markt gehe es um Effizienz, nicht um Moral. Wenn die Wirtschaft effizient arbeite, dann wachse sie, und das komme doch allen zu Gute, den Armen wie den Wohlhabenden. So die weit verbreitete Lehrmeinung neoliberaler Wirtschaftsdenker und -lenker. Nun kommt von einer Seite, die man nicht als linksaußen bezeichnen kann, ein Widerspruch: Die wachsende Ungleichheit in Europa sei ein ernstes Problem, meint die Organisation für Wirtschaft und Zusammenarbeit in Europa, kurz OECD.
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Stichworte:  Arbeit, Gerechtigkeit, Kapital, ökonomische Theorie

Für einen Abschied vom Wachstum.

02.01.2012
Ist es ein Modethema geworden oder es ist die Zeit dafür einfach reif? Im letzten Jahr wurde oft über eine Wirtschaft ohne Wachstum diskutiert; der Bundestag hat sogar eine Enquete-Kommission eingesetzt, die „Wege zu nachhaltigem Wirtschaften“ erkunden soll. Viele erkennen, dass das Wachstum des Bruttosozialproduktes die Menschen in unseren Breiten nicht glücklicher macht und fordern alternative Berechnungsmodelle für wirklichen Wohlstand. Aber ist das alles nur eine Frage von neuen wirtschaftspolitischen Leitvorstellungen oder braucht es für eine Wirtschaft ohne Wachstum ein neues Wirtschaftssystem? Wohl eher letzteres.
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Stichworte:  Geld, ökonomische Theorie, Wachstum

Die sind doch nicht böse.

Die evangelische Kirche entdeckt die Eliten.

29.07.2011
Eliten könnten mitunter den Eindruck gewinnen, dass sie mit ihrem Stil, ihren Themen, ihren Bedürfnissen in der evangelischen Kirche nicht genügend vorkommen. Mit diesen Worten stellte Marlehn Thieme, Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Direktorin der Deutschen Bank, kürzlich eine Stellungnahme des Rates vor. Der Rat hatte versucht, das Verhältnis der Kirche zu den gesellschaftlichen Eliten, besonders zu denen, die evangelisch sind, neu zu formulieren.
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Stichworte:  Elite, Evangelische Kirche, Lobby, Verantwortung

Oh, freedom!

Welche Freiheit meinen die deutschen Bischöfe in ihrem Sozialpapier?

03.07.2011
Oh freedom, Freiheit, sang Aretha Franklin in dem Film Blues Brothers als Jack and Elwood Blues ihren Mann, den Saxophonspieler Lou Marini, abspenstig machten. Er wolle ja nur seine Freiheit, aber er bedenke nicht: You need me, and I need you. Ich brauche Dich und Du brauchst mich. Das war für Aretha Franklin die Gegenthese zur individuellen Freiheit der Bluesrocker.
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Stichworte:  Freiheit, Gerechtigkeit, Katholische Kirche, Sozialethik

Erlösung von den Schatten der Vergangenheit.

Der Missbrauchsskandal und der Umgang mit der Schuld.

15.03.2011
Robert Zollitsch hatte die Aufgabe in der Predigt den Bußakt der Bischöfe zu deuten. Mit einem Sündenbekenntnis zum Missbrauchsskandal hatten die Bischöfe ihre Vollversammlung im Paderborner Dom eröffnet.
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Streik und Nächstenliebe.

Diakonie, Caritas und das Sonderrecht der Kirchenangestellten.

10.02.2011
Als unlängst der Stern die Lohndumping-Praktiken in evangelischen Pflegeeinrichtungen enthüllte, versuchte es der Bundesverband des Diakonischen Werkes gar nicht erst mit einer Ausrede. Man müsse nun einmal, hieß es dort, „den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Nächstenliebe aushalten“.
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Stichworte:  Arbeit, Caritas, Diakonie, Streik

Die Bürgerarbeiter kommen.

Ein Modewort im Sinkflug.

19.01.2011
Bürgerarbeit – das klingt nach bürgerschaftlichem Engagement und einem aktiven Gemeinwesen. Es ist aber das neuste Instrument aus dem Haus von der Leyen, um Arbeitslose in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren. Wer Bürgerarbeit geleistet habe, so die Werbebotschaft, könne dann auch eine Erwerbsarbeit finden. Nach der Aktivierungsphase, in der Arbeitslose gefördert und auf einen Job vorbereitet wurden, startet zum 15. Januar die Beschäftigungsphase. Bis zu 34.000 Bürgerarbeitsplätze will Ursula von der Leyen mit Hilfe von EU-Geldern finanzieren. Für sie ist Bürgerarbeit die »konsequentes Fördern und Fordern«. Das klingt wie eine Drohung.
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Stichworte:  Arbeit, Arbeitslosigkeit, Ein-Euro-Jobs, Sozialstaat

Ackermanns Einsichten.

Mit der Dissertation des Bankiers die Finanzkrise analysieren.

27.07.2010
"Die Eigenkapitalrendite nach unserer Zielgrößendefiniton liegt bei 25 Prozent – wohlgemerkt vor Steuern. [...] Wir erreichen diese Rendite weil wir ein überzeugendes Geschäftsmodell und eine starke Marktposition haben. Diese Renditen erzielen die besten Banken der Welt."

So kennen wir ihn, so hassen wir ihn: Josef Ackermann der Chef der Deutschen Bank, der auch in der Finanzkrise an seinen Renditezielen festhält. Was ihm als normal gilt - das schaffen die besten Banken der Welt - das ist anderen ein wesentlicher Grund für die Finanzkrise. Und diese anderen können sich für Ihre Sicht auf - Josef Ackermann berufen.
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Stichworte:  Banken, Finanzkrise, ökonomische Theorie

Gott kann man nicht bestreiken, aber outsourcen?

Zum Urteil in Sachen Streik in der Kirche.

05.03.2010
Günther Barenhoff ist stolz auf diesen Satz. Der Vorstandssprecher der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe wiederholt ihn deswegen immer wieder: »Gott kann man nicht bestreiken.« Deswegen gebe es kein Streikrecht für die Beschäftigten in der Diakonie.
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Stichworte:  Diakonie, Dienstgemeinschaft, Evangelische Kirche, Streik

Die Evangelische Kirche zum Afghanistan-Krieg - Bitte wegtreten!

Über die Stellungnahme der EKD vom 25. Januar

31.01.2010
»Nichts ist gut in Afghanistan.« Ein in der Tat missverständlicher Satz aus der Neujahrspredigt von Margot Käßmann hat für Wirbel gesorgt. Die einen unterstellten ihr, sie habe den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gefordert und scholten sie dafür. Das hat sie freilich nie gesagt. Die anderen freuten sich über eine Bischöfin, die endlich mal wieder klar gegen den Krieg Stellung bezieht. Allein die Bischöfin selbst war baß erstaunt über die heftigen Reaktionen, die ihre erbauliche Predigt zum neuen Jahr ausgelöst hat. Habe sie doch nichts Revolutionäres sagen wollen, sondern nur das, was die Evangelische Kirche in Deutschland immer schon zu Krieg und Frieden gesagt habe.
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Stichworte:  Afghanistan, Evangelische Kirche, Frieden, Krieg

Streik in der Kirche?

Zum ersten Mal wird diese Frage vor dem Arbeitsgericht verhandelt.

20.11.2009
„Die Kirchen sind ein hohes Risiko eingegangen“, so die Einschätzung des Tübinger Sozialwissenschaftlers Hermann Lührs zu dem Prozess, den Kirche und Diakonie gegen die Gewerkschaft ver.di vor dem Bielfelder Arbeitsgericht angestrengt hat. Am Ende des Tages, so Lührs, käme heraus, dass kirchlich Beschäftigte zur Durchsetzung von Tarifverträgen auch streiken dürften. 
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Stichworte:  Arbeit, Diakonie, Evangelische Kirche, Streik

Unten durch.

Günter Wallraffs neuer Film "Schwarz auf Weiß"

22.10.2009
Natürlich fehlte bei der Premiere wieder nicht der Hinweis, das „wallraffen“ im Schwedischen soviel wie investigativ recherchieren bedeute. Aber die Frage muss erlaubt sein, wo Günter Wallraff in seinem neunen Film investigativ recherchiert hat, ja ob er überhaupt als Journalist zu bewerten ist oder nicht vielmehr als Schauspieler. Als letzterer sah er mit seiner Afro-Perücke und dem Schnauzbart, dem bunten Hemd und der gelben Stofftasche nicht wahnsinnig überzeugend aus, aber das sind Äußerlichkeiten. Er stolpert naiv und ein wenig aufdringlich und mit leicht gebrochenem Deutsch durch Deutschland, darin spiegelt er vermutlich nur das Vorurteil der sich liberal verstehenden Mittelschicht: Die Schwarzen sind doch liebe nette Menschen, die hier leider nicht mitspielen dürfen. Echte Schwarze agieren anders.
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Kermani continues...

Die Kirchenmänner ändern ihre Meinung.

29.08.2009
Ein Skandal war es: Da sollten vier Leute um Ihre Verdienste für den interreligiösen Dialog ausgezeichnet werden und zwei der Beteiligten weigerten sich mit dem vierten zusammen ausgezeichnet zu werden. So geschehen bei der Posse um den Hessischen Kulturpreis: Die Kirchenmänner Peter Steinacker und Karl Lehmann wollten nicht zusammen mit dem muslimischen Schriftsteller Navid Kermani ausgezeichnet werden, weil der in einem Zeitungstext das christliche Symbol des Kreuzes als Gotteslästerung bezeichnet hatte. Daraufhin wurde erst Kermani der Kulturpreis wieder aberkannt und nach dem einsetzenden Proteststurm dann die ganze Preisverleihung in den Herbst verschoben.
Es sollte nun der Dialog unter den Preisträgern stattfinden, um den sich die Preisträger ja angeblich verdient gemacht hätten. Gestern gab es das Gespräch zwischen den vier Preisträgern, über dessen Inhalt Stillschweigen vereinbart wurde. Am Ende aber stand die Erklärung der drei Preisträger Salomon Korn, Peter Steinacker und Karl Lehmann, dass Kermani mit Ihnen zusammen den Hessischen Kulturpreis bekommen soll.
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Stichworte:  Dialog, Islam, Katholische Kirche, Kreuz

Ich will eine Wahl!

- aber nicht wählen gehen.

31.07.2009
Es ist schade, dass es wieder nur ein Fake war: Der Anti-Wahl-Spot: "Geh nicht wählen", in der Kulturschaffende wie Bernhard Brink, Sarah Kuttner oder Detlef Buck von der Wahl abraten. Der Spot war nicht nur von einer amerikanischen Kampagne abgekupfert, er war auch ein durchsichtiger Trick, um für das Wählen zu werben: Durchsichtig war er, weil die Begründungen für das Nichtwählen allzu plump daher kamen: „Politiker sind alles Versager“, es „geht allen nur um Machterhalt“ oder „Scheiß auf die Wahl“. Schade, denn eine echte Diskussion um das Nichtwählen täte Not: Nichtwähler brauchen endlich eine Stimme!
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Stichworte:  Demokratie, Politik, Wahl

Chance vertan.

Das Wort der Evangelischen Kirche zur Finanzkrise.

04.07.2009
Nun mussten sich die Evangelische Kirche in Deutschland scharfe Kritik anhören, als sie vor einem Jahr eine Unternehmerdenkschrift veröffentlichte. Das schien nicht in die Zeit der Finanzkrise zu passen, dass noch mal das Loblied auf den christlichen Kaufmann gesungen wurde. Ja, so eine Denkschrift ist lange im Voraus geplant, das konnte keiner absehen, in welche Lage die treffen würde. Das mag ein Grund gewesen sein, dass nun der Rat der EKD meinte, er müsse zu eben dieser Lage, in die die Unternehmerdenkschrift nicht passte, noch was Passenderes sagen. Also stellte der Rat der EKD am Donnerstag eine Wort zur Lage vor.
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Kapitalismus, Krise, Theologie

Wohl eher ein Mitläufer.

Max Weber machte Calvin zum "Vater des Kapitalismus". Eine Übertreibung.

03.07.2009
„Aber Jusristen und Kaufleute und Händler und Krämer frönen mehr der Habsucht als arme Arbeiter. Mit ihnen hat es die Bewandtnis: Eben noch sind sie arm, nun sind sie reich, wegen des Unrechts das sie tun.“ So schrieb es der englische Theologe John Wyclif im 14. Jahrhundert in seiner Abhandlung über die sieben Todsünden. Die Habgier, das Bestreben mehr haben zu wollen als einem zusteht, war eine von ihnen. Und die Händler und Kaufleuten galten als besonders stark von dieser Sünde infiziert. Konnte ein Händler mit einem guten Geschäft viel Geld einnehmen, so machte er sich in den Augen seiner Umgebung verdächtig.
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Stichworte:  Calvin, Geld, Kapitalismus, Vorsehung

Dialog gescheitert.

Navid Kermani bekommt den Hessischen Kulturpreis aberkannt.

15.05.2009
Alle wollen Toleranz – auch und gerade zwischen den Religionen. Also sollte der Hessische Kulturpreis in diesem Jahr mal nicht für Musik und Literatur, sondern für Lebensleistungen im Felde der interreligiösen Kooperation verliehen werden. Die Jury mit Ministerpräsident Roland Koch fand nach einigen Mühen auch Preisträger aus allen drei großen monotheistischen Religionen: den Mainzer Kardinal Karl Lehmann, den ehemaligen evangelischen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker, Salomon Korn vom Zentralrat der Juden und den islamischen Schriftsteller Navid Kermani. Doch dem wurde der Preis wieder aberkannt – weil die christlichen Preisträger Einspruch erhoben: Beide lehnten es ab, den Hessischen Kulturpreis zusammen mit dem Islamwissenschaftler und Schriftsteller Navid Kermani zu bekommen.
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Stichworte:  Dialog, Evangelische Kirche, Islam, Katholische Kirche

Die Unternehmer-Kirche.

Strategien haben im Protestantismus derzeit Vorfahrt vor den Inhalten.

08.05.2009
„Es wird regiert.“ Das waren Karl Barths letzte Worte. Ausdruck seiner Zuversicht auf Gottes Handeln in und für die Welt. Die reformierte Tradition, der Barth angehörte, betonte immer schon stark Gottes vorsehendes Handeln. Auf der menschlichen Seite sollte dem einen göttlichen Regenten ein System von geteilter und sich gegenseitig kontrollierender Macht entsprechen. Seit Johannes Calvin, dessen 500. Geburtstag dies Jahr gefeiert wird, galt nicht mehr: „Ein Gott, ein König“, sondern: Ein Gott und viele Menschen, die leiten, damit niemand die Macht Gottes usurpiere.
„Es wird regiert.“ Das kann man auch sagen, wenn man heute das Handeln der evangelischen Kirchen betrachtet; zumindest wird mehr und unbefangener regiert als früher. Immer mehr wird von oben vorgegeben, immer seltener werden aufwändige Prozesse an der Basis organisiert.
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Geld, Theologie

Schrumpft die Banken!

Antworten auf die Wirtschaftskrise von Hans Christoph Binswanger.

16.04.2009
„Geld kann man nie genug haben“, so eine gängige Volksweisheit, die in diesen Tagen auf den Kopf gestellt wird. Denn obwohl allüberall Konjunkturprogramme geschnürt und Rettungsschirme für Banken aufgespannt werden – also neues Geld bereit gestellt wird, um die Krise zu meistern – so muss man doch sagen, dass die Finanzkrise nicht durch zu wenig, sondern durch zuviel Geld ausgelöst wurde.
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Stichworte:  Banken, Finanzkrise, Geld

Mag Gott keine guten Bücher?

Kölner Generalvikar sperrt Literatur aus der Kirche aus.

12.01.2009
„Vielleicht hält Gott sich einige Dichter, damit das Reden von ihm jene heilige Unberechenbarkeit bewahre, die den Priestern und Theologen abhanden gekommen ist.“ Das schrieb der Theologe und Schriftsteller Kurt Marti vor zwanzig Jahren. Immer mehr Gemeinden glauben, dass es von den Dichtern was zu lernen gibt und laden Sie deswegen auch in ihre Kirchen zu Lesung und Gespräch ein. So war das auch in der katholischen Kirche Sankt Agnes in Köln; renommierte Schriftsteller lasen in der Kirche vor oft zahlreichem Publikum. Bis des zuständige Generalvikar Dominikus Schwaderlapp erklärte, warum die profane Literatur im Kirchraum nichts zu suchen habe. Über das Ende eines erfolgreichen Modells berichtet Christoph Fleischmann:
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Stichworte:  Katholische Kirche, Köln, Literatur

Gehorsam geht's voran.

Der Kardinal und Köln. Zum 75. Geburtstag von Joachim Meisner.

26.11.2008
Für Papst Johannes Paul II. stand von Anfang an fest, wer neuer Erzbischof von Köln werden sollte. Die Wahl des Erzbischofs durch das Kölner Domkapitel wurde damit zur Farce. Erst gab es keine Mehrheit für einen Kandidaten, dann brauchte es die Unterstützung der deutschen Politik, dass mit einer neuen Wahlordnung überhaupt weiter gewählt werden konnte. Und nach einigen Interventionen des Vatikans fiel die Wahl dann auch nach den Wünschen des Papstes aus. Kardinal Joachim Meisner wurde am 20. Dezember 1988 zum Erzbischof von Köln ernannt.
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Stichworte:  Kardinal Meisner, Katholische Kirche, Köln

Arbeiten ja - aber nicht für'n Appel und'n Ei.

Das Leitbild der "Dienstgemeinschaft" verbietet kirchlichen Arbeitnehmern den Arbeitskampf.

13.06.2008
Acht Prozent mehr Lohn – forderte die Gewerkschaft ver.di zu Beginn des Jahres für die Angestellten im öffentlichen Dienst. Das Selbe forderten auch die Arbeitnehmervertreter der kirchlich Beschäftigten, für die die Arbeitsvertragsrichtlinien des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gelten. Im Infobrief des Gesamtausschusses der Mitarbeitervertretungen im Diakonischen Werk in Mitteldeutschland wurde deshalb zu öffentlichkeitswirksamen Aktionen aufgerufen, um diese Forderung zu untermauern:
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Stichworte:  Arbeit, Diakonie, Dienstgemeinschaft, Evangelische Kirche

Das Ferkel darf lachen und fragen - antworten muss niemand.

Das atheistische Kinderbuch kommt nicht auf den Index.

07.03.2008
Ein Ferkel fragt nach Gott und begegnet wenig sympathischen Vertretern von Juden, Christen und Muslimen: Eifernde, bornierte Fundamentalisten, lächerliche Figuren, die dem Ferkel suspekt vorkommen. Das ist der Stoff des Kinderbuches "Wo bitte gehts zu Gott? fragte das kleine Ferkel". Dürfen Religionen im Kinderzimmer lächerlich gemacht werden? Das Bundesfamilienministerium hatte bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien einen Antrag gestellt, das Buch als jugendgefährdend zu indizieren. Dann hätte es nicht mehr beworben und nur noch auf Anfrage verkauft werden dürfen. Das Ferkel als „Bückware“? Soweit ist es nicht gekommen. Die Bundesprüfstelle hat dem Antrag des Ministeriums nicht stattgegeben.
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Stichworte:  Atheismus, Index, Kind

Unsoziale Löhne für soziale Arbeit.

Die Diakonie ließ prüfen, was die Ein-Euro-Jobs gebracht haben.

09.11.2007
„Von Beginn an hat es nicht wenige kritische Stimmen gegeben, die den Wohlfahrtsverbänden quasi eine Mittäterschaft im Prozess des durch die Hartz-Gesetze bewirkten Abbaus von Standards in der deutschen Arbeitsmarktpolitik vorwerfen.“ So steht es in der Einleitung einer Studie, die das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche im Rheinland in Auftrag gegeben hat. Darin werden die Ein-Euro-Jobs in diakonischen Einrichtungen untersucht. Die Diakonie, die in Nordrhein-Westfalen der größten Anbieter von Ein-Euro-Jobs ist, als Mittäterin beim Abbau sozialer Standards?
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Stichworte:  Arbeit, Diakonie, Ein-Euro-Jobs

Keine theologische Klarheit und kaum gute Nachbarschaft.

Zur Kritik am Islam-Papier der EKD.

12.10.2007
Dass sie gelangweilt hätten, kann man den Verfassern nicht vorwerfen: „Klarheit und gute Nachbarschaft“ heißt die Handreichung des Rates der Evangelischen Kirche zu „Christen und Muslimen in Deutschland“. Eine Handreichung, die nun knapp ein Jahr alt ist und zu einem der meistdiskutierten Papiere aus der protestantischen Publikationsproduktion gehört.
Anfang der Woche nun wurde ein Buch vorgestellt, in dem 15 Professoren die EKD-Handreichung einer – zum Teil – vernichtenden Kritik unterzogen. Wolfgang Huber der Ratsvorsitzende der EKD, zeigte sich erfreut über eine vertiefte Diskussion und versprach die Argumente der Wissenschaftler zu prüfen, wies die Kritik in einer ersten Stellungnahme allerdings erstmal deutlich zurück.
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Islam, Kampf der Kulturen

Die Durchkapitalisierung der Welt.

Über Risiken und Nebenwirkungen des ethischen Investments.

03.09.2007
Ethik boomt, auch da, wo man es nicht erwarten würde: beim Geld. Immer mehr Menschen wollen nicht nur eine satte Rendite für Ihr Geld einstreichen, sondern auch wissen, was mit ihrem Geld geschieht und investieren deswegen in Fonds die nach mehr oder weniger ethischen Kriterien wirtschaften: Über 380 solcher Fonds gibt es weltweit. Die Pionierarbeit ist getan, da konnte auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, das höchste Laiengremium des Katholizismus in Deutschland, gefahrlos ein Impulspapier zum ethischen Investment veröffentlichen:
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Stichworte:  Kapitalismus, Katholische Kirche, Mikrokredite

Diskussion um das Jesus-Buch des Papstes.

Was sagen Neutetstamentler dazu?

29.07.2007
Das deutsche Feuilleton hat das Jesus-Buch des Papstes, als es Mitte April erschien, überwiegend positiv aufgenommen. Das Buch wurde für den Beginn einer spannenden und notwendigen Debatte gehalten: Benedikt XVI. kritisierte darin die historische Interpretation der Geschichte Jesu, die die Evangelien nicht als Tatsachenberichte nimmt, sondern als Darstellungen, die durch den Glauben der Verfasser geprägt sind. Die historische Forschung fragt nach dem historischen Jesus hinter den Glaubensdarstellungen. Anders Benedikt: Er will den Evangelien „trauen“ und so den „wirklichen“ Jesus, den „’historischen Jesus’ im eigentlichen Sinn“ darstellen, und dass sei eben von Anfang an der niedergefahrene Sohn des dreieinigen Gottes.
Wie haben die Neutestamentler diese Herausforderung beantwortet? Dazu sind dieses Wochenende zwei Bücher erschienen:
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Stichworte:  Benedikt XVI., Jesus, Papst

Wie die Schafe zur Schlachtbank?

Die Steuerreform hat Löcher in die Kassen der Kirchen gerissen.

27.07.2007
„Die meisten Fehler werden in Unternehmen nicht gemacht, wenn es ihnen schlecht geht, sondern wenn es ihnen gut geht.“ Diesen Satz von Alfred Herrhausen zitiert der Vizepräses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Klaus Winterhoff, in letzter Zeit öfters. Winterhoff ist für die Finanzen seiner Kirche zuständig – und setzt einen Sparkurs durch.
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Geld, Kirchensteuer

Mit Kleingeld Kapitalismus lernen.

Zum Freidensnobelpreis am Muhammad Yunus und seine Grameen Bank.

08.12.2006
Am Sonntag (10.12.) wird der Friedennobelpreis verliehen zu gleichen Teilen an Muhammad Yunus und die von ihm gegründete Grameen Bank – zu deutsch: Dörfer-Bank. Die Bank versorgt 6.74 Million Kreditnehmer, 97 Prozent davon sind Frauen, mit Kleinkrediten. Mit 2259 Filialen in 72,833 Dörfern ist die Grameen Bank nicht nur ein wichtiges Instrument in der Entwicklung des ländlichen Bangladesh, sondern auch zu einem Modell für die Entwicklungshilfe weltweit geworden – bis zur milliardenschweren Bill and Melinda Gates - Foundation kommt kaum eine Entwicklungsorganisation noch ohne ein Programm für Kleinkredite aus. Trotzdem etwas Wasser in den Sekt den Preisträgers:
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Stichworte:  Entwicklungshilfe, Kapitalismus, Mikrokredite

Gott hat viele Namen.

Frank Crüsemann über die Bibel in gerechter Sprache.

23.11.2006
Frank Crüsemann (Jahrgang 1938) ist einer der Herausgeber und Übersetzer der „Bibel in gerechter Sprache“. Er studierte von 1958-1964 Evangelische Theologie, promovierte 1968 in Mainz und habilitierte sich 1975 in Heidelberg. Von 1980 bis zu seiner Emeritierung war er an der Kirchlichen Hochschule Bethel Professor für Altes Testament. Er gehört nicht nur zu den Protagonisten einer sozialgeschichtlichen Bibelauslegung, sondern hat mit seinen Büchern über die Thora auch wichtige Beiträge zum christlich-jüdischen Dialog geliefert.
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Stichworte:  Bibel, Gott

Diakonie dereguliert.

Die Kirche redet über Armut und spart bei den eigenen Mitarbeitern.

13.11.2006
Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, der EKD, tagte (5.-9.11.); Neben dem üblichen Geschäft ging es um das Thema „Gerechtigkeit erhöht ein Volk – Armut und Reichtum“.  Das passt in die aktuelle Diskussion. Der Rat der EKD hatte vor wenigen Monaten eine Denkschrift zum Thema Armut herausgegeben und forderte dort mehr Beteiligungsgerechtigkeit für die Armen ein; nun schlug die Synode wieder deutlicher einen verteilungsgerechten Ton an. Arme sollen nicht nur bessere Chancen erhalten, sondern die Synodalen fordern auch – sehr vorsichtig freilich – eine stärkere Besteuerung der Reichen. Schließlich gehört beides zusammen: Die Steuern, die die Reichen weniger zahlen, fehlen bei Bildung, Kultur und sozialen Dienstleistungen, die der Staat für alle zur Verfügung stellt. Trotzdem gibt es einige Nebenwidersprüche:
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Geld, Sparen

Kamele im Nadelöhr.

Zur Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland über Armut.

11.07.2006
Die Kirche sieht sich gerne als „Anwalt der Armen“. Und da die Evangelische Kirche in Deutschland für die Armen reden will, redet sie über Hartz IV. Das ist richtig, denn Arbeitslosengeld II ist das, was man bekommt, wenn man sonst nichts bekommt in Deutschland. Anders als Jürgen Gohde, der kürzlich zurückgetretne Präsident des Diakonischen Werkes, und anders als die Lautsprecher bei Sabine Christiansen finden die Kirchenexperten nicht, dass die Arbeitslosengeld II – Empfänger zuviel bekommen. Und wenn die inzwischen Arbeitslosengeld genannte Sozialhilfe fast so hoch ist wie manche schlechtbezahlte Arbeit könne man ja einen Mindestlohn einführen, der die unteren Gehälter anhebt. So weit so gut.
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Geld