Zum Mitreden

Gott kann man nicht bestreiken, aber outsourcen?

Zum Urteil in Sachen Streik in der Kirche.

05.03.2010
Günther Barenhoff ist stolz auf diesen Satz. Der Vorstandssprecher der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe wiederholt ihn deswegen immer wieder: »Gott kann man nicht bestreiken.« Deswegen gebe es kein Streikrecht für die Beschäftigten in der Diakonie.
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Die Evangelische Kirche zum Afghanistan-Krieg - Bitte wegtreten!

Über die Stellungnahme der EKD vom 25. Januar

31.01.2010
»Nichts ist gut in Afghanistan.« Ein in der Tat missverständlicher Satz aus der Neujahrspredigt von Margot Käßmann hat für Wirbel gesorgt. Die einen unterstellten ihr, sie habe den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gefordert und scholten sie dafür. Das hat sie freilich nie gesagt. Die anderen freuten sich über eine Bischöfin, die endlich mal wieder klar gegen den Krieg Stellung bezieht. Allein die Bischöfin selbst war baß erstaunt über die heftigen Reaktionen, die ihre erbauliche Predigt zum neuen Jahr ausgelöst hat. Habe sie doch nichts Revolutionäres sagen wollen, sondern nur das, was die Evangelische Kirche in Deutschland immer schon zu Krieg und Frieden gesagt habe.
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Streik in der Kirche?

Zum ersten Mal wird diese Frage vor dem Arbeitsgericht verhandelt.

20.11.2009
„Die Kirchen sind ein hohes Risiko eingegangen“, so die Einschätzung des Tübinger Sozialwissenschaftlers Hermann Lührs zu dem Prozess, den Kirche und Diakonie gegen die Gewerkschaft ver.di vor dem Bielfelder Arbeitsgericht angestrengt hat. Am Ende des Tages, so Lührs, käme heraus, dass kirchlich Beschäftigte zur Durchsetzung von Tarifverträgen auch streiken dürften. 
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Unten durch.

Günter Wallraffs neuer Film "Schwarz auf Weiß"

22.10.2009
Natürlich fehlte bei der Premiere wieder nicht der Hinweis, das „wallraffen“ im Schwedischen soviel wie investigativ recherchieren bedeute. Aber die Frage muss erlaubt sein, wo Günter Wallraff in seinem neunen Film investigativ recherchiert hat, ja ob er überhaupt als Journalist zu bewerten ist oder nicht vielmehr als Schauspieler. Als letzterer sah er mit seiner Afro-Perücke und dem Schnauzbart, dem bunten Hemd und der gelben Stofftasche nicht wahnsinnig überzeugend aus, aber das sind Äußerlichkeiten. Er stolpert naiv und ein wenig aufdringlich und mit leicht gebrochenem Deutsch durch Deutschland, darin spiegelt er vermutlich nur das Vorurteil der sich liberal verstehenden Mittelschicht: Die Schwarzen sind doch liebe nette Menschen, die hier leider nicht mitspielen dürfen. Echte Schwarze agieren anders.
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Kermani continues...

Die Kirchenmänner ändern ihre Meinung.

29.08.2009
Ein Skandal war es: Da sollten vier Leute um Ihre Verdienste für den interreligiösen Dialog ausgezeichnet werden und zwei der Beteiligten weigerten sich mit dem vierten zusammen ausgezeichnet zu werden. So geschehen bei der Posse um den Hessischen Kulturpreis: Die Kirchenmänner Peter Steinacker und Karl Lehmann wollten nicht zusammen mit dem muslimischen Schriftsteller Navid Kermani ausgezeichnet werden, weil der in einem Zeitungstext das christliche Symbol des Kreuzes als Gotteslästerung bezeichnet hatte. Daraufhin wurde erst Kermani der Kulturpreis wieder aberkannt und nach dem einsetzenden Proteststurm dann die ganze Preisverleihung in den Herbst verschoben.
Es sollte nun der Dialog unter den Preisträgern stattfinden, um den sich die Preisträger ja angeblich verdient gemacht hätten. Gestern gab es das Gespräch zwischen den vier Preisträgern, über dessen Inhalt Stillschweigen vereinbart wurde. Am Ende aber stand die Erklärung der drei Preisträger Salomon Korn, Peter Steinacker und Karl Lehmann, dass Kermani mit Ihnen zusammen den Hessischen Kulturpreis bekommen soll.
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Ich will eine Wahl!

- aber nicht wählen gehen.

31.07.2009
Es ist schade, dass es wieder nur ein Fake war: Der Anti-Wahl-Spot: "Geh nicht wählen", in der Kulturschaffende wie Bernhard Brink, Sarah Kuttner oder Detlef Buck von der Wahl abraten. Der Spot war nicht nur von einer amerikanischen Kampagne abgekupfert, er war auch ein durchsichtiger Trick, um für das Wählen zu werben: Durchsichtig war er, weil die Begründungen für das Nichtwählen allzu plump daher kamen: „Politiker sind alles Versager“, es „geht allen nur um Machterhalt“ oder „Scheiß auf die Wahl“. Schade, denn eine echte Diskussion um das Nichtwählen täte Not: Nichtwähler brauchen endlich eine Stimme!
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Chance vertan.

Das Wort der Evangelischen Kirche zur Finanzklrise.

04.07.2009
Nun mussten sich die Evangelische Kirche in Deutschland scharfe Kritik anhören, als sie vor einem Jahr eine Unternehmerdenkschrift veröffentlichte. Das schien nicht in die Zeit der Finanzkrise zu passen, dass noch mal das Loblied auf den christlichen Kaufmann gesungen wurde. Ja, so eine Denkschrift ist lange im Voraus geplant, das konnte keiner absehen, in welche Lage die treffen würde. Das mag ein Grund gewesen sein, dass nun der Rat der EKD meinte, er müsse zu eben dieser Lage, in die die Unternehmerdenkschrift nicht passte, noch was Passenderes sagen. Also stellte der Rat der EKD am Donnerstag eine Wort zur Lage vor.
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Kapitalismus, Krise, Theologie

Wohl eher ein Mitläufer.

Max Weber machte Calvin zum "Vater des Kapitalismus". Eine Übertreibung.

03.07.2009
„Aber Jusristen und Kaufleute und Händler und Krämer frönen mehr der Habsucht als arme Arbeiter. Mit ihnen hat es die Bewandtnis: Eben noch sind sie arm, nun sind sie reich, wegen des Unrechts das sie tun.“ So schrieb es der englische Theologe John Wyclif im 14. Jahrhundert in seiner Abhandlung über die sieben Todsünden. Die Habgier, das Bestreben mehr haben zu wollen als einem zusteht, war eine von ihnen. Und die Händler und Kaufleuten galten als besonders stark von dieser Sünde infiziert. Konnte ein Händler mit einem guten Geschäft viel Geld einnehmen, so machte er sich in den Augen seiner Umgebung verdächtig.
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Stichworte:  Calvin, Geld, Kapitalismus, Vorsehung

Dialog gescheitert.

Navid Kermani bekommt den Hessischen Kulturpreis aberkannt.

15.05.2009
Alle wollen Toleranz – auch und gerade zwischen den Religionen. Also sollte der Hessische Kulturpreis in diesem Jahr mal nicht für Musik und Literatur, sondern für Lebensleistungen im Felde der interreligiösen Kooperation verliehen werden. Die Jury mit Ministerpräsident Roland Koch fand nach einigen Mühen auch Preisträger aus allen drei großen monotheistischen Religionen: den Mainzer Kardinal Karl Lehmann, den ehemaligen evangelischen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker, Salomon Korn vom Zentralrat der Juden und den islamischen Schriftsteller Navid Kermani. Doch dem wurde der Preis wieder aberkannt – weil die christlichen Preisträger Einspruch erhoben: Beide lehnten es ab, den Hessischen Kulturpreis zusammen mit dem Islamwissenschaftler und Schriftsteller Navid Kermani zu bekommen.
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Stichworte:  Dialog, Evangelische Kirche, Islam, Katholische Kirche

Die Unternehmer-Kirche.

Strategien haben im Protestantismus derzeit Vorfahrt vor den Inhalten.

08.05.2009
„Es wird regiert.“ Das waren Karl Barths letzte Worte. Ausdruck seiner Zuversicht auf Gottes Handeln in und für die Welt. Die reformierte Tradition, der Barth angehörte, betonte immer schon stark Gottes vorsehendes Handeln. Auf der menschlichen Seite sollte dem einen göttlichen Regenten ein System von geteilter und sich gegenseitig kontrollierender Macht entsprechen. Seit Johannes Calvin, dessen 500. Geburtstag dies Jahr gefeiert wird, galt nicht mehr: „Ein Gott, ein König“, sondern: Ein Gott und viele Menschen, die leiten, damit niemand die Macht Gottes usurpiere.
„Es wird regiert.“ Das kann man auch sagen, wenn man heute das Handeln der evangelischen Kirchen betrachtet; zumindest wird mehr und unbefangener regiert als früher. Immer mehr wird von oben vorgegeben, immer seltener werden aufwändige Prozesse an der Basis organisiert.
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Geld, Theologie

Schrumpft die Banken!

Antworten auf die Wirtschaftskrise von Hans Christoph Binswanger.

16.04.2009
„Geld kann man nie genug haben“, so eine gängige Volksweisheit, die in diesen Tagen auf den Kopf gestellt wird. Denn obwohl allüberall Konjunkturprogramme geschnürt und Rettungsschirme für Banken aufgespannt werden – also neues Geld bereit gestellt wird, um die Krise zu meistern – so muss man doch sagen, dass die Finanzkrise nicht durch zu wenig, sondern durch zuviel Geld ausgelöst wurde.
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Mag Gott keine guten Bücher?

Kölner Generalvikar sperrt Literatur aus der Kirche aus.

12.01.2009
„Vielleicht hält Gott sich einige Dichter, damit das Reden von ihm jene heilige Unberechenbarkeit bewahre, die den Priestern und Theologen abhanden gekommen ist.“ Das schrieb der Theologe und Schriftsteller Kurt Marti vor zwanzig Jahren. Immer mehr Gemeinden glauben, dass es von den Dichtern was zu lernen gibt und laden Sie deswegen auch in ihre Kirchen zu Lesung und Gespräch ein. So war das auch in der katholischen Kirche Sankt Agnes in Köln; renommierte Schriftsteller lasen in der Kirche vor oft zahlreichem Publikum. Bis des zuständige Generalvikar Dominikus Schwaderlapp erklärte, warum die profane Literatur im Kirchraum nichts zu suchen habe. Über das Ende eines erfolgreichen Modells berichtet Christoph Fleischmann:
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Gehorsam geht's voran.

Der Kardinal und Köln. Zum 75. Geburtstag von Joachim Meisner.

26.11.2008
Für Papst Johannes Paul II. stand von Anfang an fest, wer neuer Erzbischof von Köln werden sollte. Die Wahl des Erzbischofs durch das Kölner Domkapitel wurde damit zur Farce. Erst gab es keine Mehrheit für einen Kandidaten, dann brauchte es die Unterstützung der deutschen Politik, dass mit einer neuen Wahlordnung überhaupt weiter gewählt werden konnte. Und nach einigen Interventionen des Vatikans fiel die Wahl dann auch nach den Wünschen des Papstes aus. Kardinal Joachim Meisner wurde am 20. Dezember 1988 zum Erzbischof von Köln ernannt.
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Arbeiten ja - aber nicht für'n Appel und'n Ei.

Das Leitbild der "Dienstgemeinschaft" verbietet kirchlichen Arbeitnehmern den Arbeitskampf.

13.06.2008
Acht Prozent mehr Lohn – forderte die Gewerkschaft ver.di zu Beginn des Jahres für die Angestellten im öffentlichen Dienst. Das Selbe forderten auch die Arbeitnehmervertreter der kirchlich Beschäftigten, für die die Arbeitsvertragsrichtlinien des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gelten. Im Infobrief des Gesamtausschusses der Mitarbeitervertretungen im Diakonischen Werk in Mitteldeutschland wurde deshalb zu öffentlichkeitswirksamen Aktionen aufgerufen, um diese Forderung zu untermauern:
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Das Ferkel darf lachen und fragen - antworten muss niemand.

Das atheistische Kinderbuch kommt nicht auf den Index.

07.03.2008
Ein Ferkel fragt nach Gott und begegnet wenig sympathischen Vertretern von Juden, Christen und Muslimen: Eifernde, bornierte Fundamentalisten, lächerliche Figuren, die dem Ferkel suspekt vorkommen. Das ist der Stoff des Kinderbuches "Wo bitte gehts zu Gott? fragte das kleine Ferkel". Dürfen Religionen im Kinderzimmer lächerlich gemacht werden? Das Bundesfamilienministerium hatte bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien einen Antrag gestellt, das Buch als jugendgefährdend zu indizieren. Dann hätte es nicht mehr beworben und nur noch auf Anfrage verkauft werden dürfen. Das Ferkel als „Bückware“? Soweit ist es nicht gekommen. Die Bundesprüfstelle hat dem Antrag des Ministeriums nicht stattgegeben.
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Unsoziale Löhne für soziale Arbeit.

Die Diakonie ließ prüfen, was die Ein-Euro-Jobs gebracht haben.

09.11.2007
„Von Beginn an hat es nicht wenige kritische Stimmen gegeben, die den Wohlfahrtsverbänden quasi eine Mittäterschaft im Prozess des durch die Hartz-Gesetze bewirkten Abbaus von Standards in der deutschen Arbeitsmarktpolitik vorwerfen.“ So steht es in der Einleitung einer Studie, die das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche im Rheinland in Auftrag gegeben hat. Darin werden die Ein-Euro-Jobs in diakonischen Einrichtungen untersucht. Die Diakonie, die in Nordrhein-Westfalen der größten Anbieter von Ein-Euro-Jobs ist, als Mittäterin beim Abbau sozialer Standards?
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Keine theologische Klarheit und kaum gute Nachbarschaft.

Zur Kritik am Islam-Papier der EKD.

12.10.2007
Dass sie gelangweilt hätten, kann man den Verfassern nicht vorwerfen: „Klarheit und gute Nachbarschaft“ heißt die Handreichung des Rates der Evangelischen Kirche zu „Christen und Muslimen in Deutschland“. Eine Handreichung, die nun knapp ein Jahr alt ist und zu einem der meistdiskutierten Papiere aus der protestantischen Publikationsproduktion gehört.
Anfang der Woche nun wurde ein Buch vorgestellt, in dem 15 Professoren die EKD-Handreichung einer – zum Teil – vernichtenden Kritik unterzogen. Wolfgang Huber der Ratsvorsitzende der EKD, zeigte sich erfreut über eine vertiefte Diskussion und versprach die Argumente der Wissenschaftler zu prüfen, wies die Kritik in einer ersten Stellungnahme allerdings erstmal deutlich zurück.
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Islam, Kampf der Kulturen

Die Durchkapitalisierung der Welt.

Über Risiken und Nebenwirkungen des ethischen Investments.

03.09.2007
Ethik boomt, auch da, wo man es nicht erwarten würde: beim Geld. Immer mehr Menschen wollen nicht nur eine satte Rendite für Ihr Geld einstreichen, sondern auch wissen, was mit ihrem Geld geschieht und investieren deswegen in Fonds die nach mehr oder weniger ethischen Kriterien wirtschaften: Über 380 solcher Fonds gibt es weltweit. Die Pionierarbeit ist getan, da konnte auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, das höchste Laiengremium des Katholizismus in Deutschland, gefahrlos ein Impulspapier zum ethischen Investment veröffentlichen:
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Stichworte:  Kapitalismus, Katholische Kirche, Mikrokredite

Diskussion um das Jesus-Buch des Papstes.

Was sagen Neutetstamentler dazu?

29.07.2007
Das deutsche Feuilleton hat das Jesus-Buch des Papstes, als es Mitte April erschien, überwiegend positiv aufgenommen. Das Buch wurde für den Beginn einer spannenden und notwendigen Debatte gehalten: Benedikt XVI. kritisierte darin die historische Interpretation der Geschichte Jesu, die die Evangelien nicht als Tatsachenberichte nimmt, sondern als Darstellungen, die durch den Glauben der Verfasser geprägt sind. Die historische Forschung fragt nach dem historischen Jesus hinter den Glaubensdarstellungen. Anders Benedikt: Er will den Evangelien „trauen“ und so den „wirklichen“ Jesus, den „’historischen Jesus’ im eigentlichen Sinn“ darstellen, und dass sei eben von Anfang an der niedergefahrene Sohn des dreieinigen Gottes.
Wie haben die Neutestamentler diese Herausforderung beantwortet? Dazu sind dieses Wochenende zwei Bücher erschienen:
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Wie die Schafe zur Schlachtbank?

Die Steuerreform hat Löcher in die Kassen der Kirchen gerissen.

27.07.2007
„Die meisten Fehler werden in Unternehmen nicht gemacht, wenn es ihnen schlecht geht, sondern wenn es ihnen gut geht.“ Diesen Satz von Alfred Herrhausen zitiert der Vizepräses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Klaus Winterhoff, in letzter Zeit öfters. Winterhoff ist für die Finanzen seiner Kirche zuständig – und setzt einen Sparkurs durch.
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Mit Kleingeld Kapitalismus lernen.

Zum Freidensnobelpreis am Muhammad Yunus und seine Grameen Bank.

08.12.2006
Am Sonntag (10.12.) wird der Friedennobelpreis verliehen zu gleichen Teilen an Muhammad Yunus und die von ihm gegründete Grameen Bank – zu deutsch: Dörfer-Bank. Die Bank versorgt 6.74 Million Kreditnehmer, 97 Prozent davon sind Frauen, mit Kleinkrediten. Mit 2259 Filialen in 72,833 Dörfern ist die Grameen Bank nicht nur ein wichtiges Instrument in der Entwicklung des ländlichen Bangladesh, sondern auch zu einem Modell für die Entwicklungshilfe weltweit geworden – bis zur milliardenschweren Bill and Melinda Gates - Foundation kommt kaum eine Entwicklungsorganisation noch ohne ein Programm für Kleinkredite aus. Trotzdem etwas Wasser in den Sekt den Preisträgers:
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Gott hat viele Namen.

Frank Crüsemann über die Bibel in gerechter Sprache.

23.11.2006
Frank Crüsemann (Jahrgang 1938) ist einer der Herausgeber und Übersetzer der „Bibel in gerechter Sprache“. Er studierte von 1958-1964 Evangelische Theologie, promovierte 1968 in Mainz und habilitierte sich 1975 in Heidelberg. Von 1980 bis zu seiner Emeritierung war er an der Kirchlichen Hochschule Bethel Professor für Altes Testament. Er gehört nicht nur zu den Protagonisten einer sozialgeschichtlichen Bibelauslegung, sondern hat mit seinen Büchern über die Thora auch wichtige Beiträge zum christlich-jüdischen Dialog geliefert.
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Diakonie dereguliert.

Die Kirche redet über Armut und spart bei den eigenen Mitarbeitern.

13.11.2006
Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, der EKD, tagte (5.-9.11.); Neben dem üblichen Geschäft ging es um das Thema „Gerechtigkeit erhöht ein Volk – Armut und Reichtum“.  Das passt in die aktuelle Diskussion. Der Rat der EKD hatte vor wenigen Monaten eine Denkschrift zum Thema Armut herausgegeben und forderte dort mehr Beteiligungsgerechtigkeit für die Armen ein; nun schlug die Synode wieder deutlicher einen verteilungsgerechten Ton an. Arme sollen nicht nur bessere Chancen erhalten, sondern die Synodalen fordern auch – sehr vorsichtig freilich – eine stärkere Besteuerung der Reichen. Schließlich gehört beides zusammen: Die Steuern, die die Reichen weniger zahlen, fehlen bei Bildung, Kultur und sozialen Dienstleistungen, die der Staat für alle zur Verfügung stellt. Trotzdem gibt es einige Nebenwidersprüche:
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Kamele im Nadelöhr.

Zur Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland über Armut.

11.07.2006
Die Kirche sieht sich gerne als „Anwalt der Armen“. Und da die Evangelische Kirche in Deutschland für die Armen reden will, redet sie über Hartz IV. Das ist richtig, denn Arbeitslosengeld II ist das, was man bekommt, wenn man sonst nichts bekommt in Deutschland. Anders als Jürgen Gohde, der kürzlich zurückgetretne Präsident des Diakonischen Werkes, und anders als die Lautsprecher bei Sabine Christiansen finden die Kirchenexperten nicht, dass die Arbeitslosengeld II – Empfänger zuviel bekommen. Und wenn die inzwischen Arbeitslosengeld genannte Sozialhilfe fast so hoch ist wie manche schlechtbezahlte Arbeit könne man ja einen Mindestlohn einführen, der die unteren Gehälter anhebt. So weit so gut.
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Stichworte:  Evangelische Kirche, Geld