Ich & Du

Christoph Fleischmann

Foto: Ekko von Schwichow

Als ich mit Zackie Achmat aus Südafrika für eine halbe Stunde in der Bundespressekonferenz geredet habe oder bei Silke Helfrich in ihrem Esszimmer saß oder zusammen mit einer Restauratorin die Heiligen Drei Könige im Germanischen Nationalmuseum angesehen habe – das waren Begegnungen, um derentwillen ich meinen Beruf liebe.

Ich sammele Worte und Sätze, höre die aufgenommenen Antworten noch einmal ab, sie sickern in mich ein und ich arrangiere sie neu. Ich lebe von dem, was andere sagen oder schreiben und ich tue dasselbe: ich schreibe und sage etwas – aus den Worten und Sätzen der Anderen.

I am lone arranger, sagt Manfred Mann. So geht es auch mir. Ich sitze oft allein am Schreibtisch, aber einsam bin ich nicht, ich habe ja die Worte der Anderen – und ab und an verlasse ich den Schreibtisch, um interessante Menschen zu treffen und sie zu befragen: für Radiostücke oder bei Podiumsrunden.

Sonst noch was?

Ich bin in Minden groß geworden, habe zwischen 1992 und 1998 in Wuppertal, Tübingen und Madurai (Indien) Evangelische Theologie studiert, danach eine Hospitanz beim Schwäbischen Tagblatt in Tübingen gemacht und angefangen journalistische Texte zu schreiben. Nach dem Vikariat bei der Evangelischen Kirche in Westfalen (1999 – 2001) wollte ich lieber journalieren als pfarrern. Nach einigen Zwischenstationen arbeite ich seit 2003 in Köln freiberuflich als Journalist und Moderator – überwiegend für den WDR-Hörfunk und für andere ARD-Sender. Die Schnittstellen zwischen Religion und Wirtschaft sind einer meiner Schwerpunkte.