Jürgen Moltmann und die Hoffnung.

Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag. Eine kurze kritische Würdigung im Deutschlandradio. Und wer es genauer wissen will: Eine längere Auseinandersetzung mit der Zukunftsorientierung bei Moltmann: Braucht es heute nicht (auch) eine Theologie, die das Vorhandene wahrnimmt statt das Kommende zu erwarten?

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Der gestiefelte Karrierist

Altenberg Märchenwald

Katzen sind kluge Tiere: Sie verraten auch einiges über Gerechtigkeit im Kapitalismus. mehr

Es nicht genau wissen wollen: Die Katholische Kirche und der Missbrauch.

Sechs Jahre nach der Aufdeckung massenhaften Missbrauchs durch Geistliche in der katholischen Kirche ist das Ausmaß der Taten noch immer nicht absehbar - und der Umgang der Kirchenleitungen mit den Überlebenden des Missbrauchs wirft weiter Fragen auf. Aktuell steht das Bistum Hildesheim im Fokus und der dort ab den achtziger Jahren arbeitende Priester Peter R., der erst als Jesuitenpater dort eingesetzt war und nach seiner Entlassung aus dem Jesuitenorden vom Bistum Hildesheim übernommen wurde. mehr

Jeder ist ein Spiegel Gottes: Leibniz und die Religionen.


Kurfürstin Sophie und Gottfried Wilhelm Leibniz

Als die Denker noch die Damen begeisterten: Leibniz, der hier von Kurfürstin Sophie bekränzt wird, stellt mit seinem Venrunftoptimismus ein Gegenmodell zum liberalen Denken dar: Es gilt für ihn nicht, die verschiedenen gleichwertigen Interessen auszubalancieren, sondern nach der vernünftigen Wahrheit zu suchen. Gegen jeden Fundamantalismus aber hat Leibniz gewusst, dass sich jeder aus einer anderen Perspektive dieser Wahrheit nähert. Er vertrat einen objektiven Perspektivismus statt eines subjektiven Relativismus, schrieb Dietrich Mahnke 1925. Dies Jahr ist Leibniz-Jahr, weil der Meister von 300 Jahren starb. mehr

Ökonomie des schönen Scheins.

Das Märchen vom Gestiefelten Kater ist eine Geschichte darüber, wie man reich wird in der Welt: Die bekannte Version der Gebrüder Grimm hat Vorläufer in Europa, die zeigen, dass sich die Bewertung des Reichwerdens gewandelt hat: Ging es zuerst um einen Ausgleich für den armen Schlucker, wurde aus dem Märchen eine Parodie auf die korrupte höfische Gesellschaft, bis es zu einem Kindermärchen wurde, das den Kleinen verrät, worauf es in der bürgerlichen Gesellschaft wirklich ankommt. mehr

"... das wir frei sind und sein wollen." Luther und der Bauernkrieg.

In Dortmund feiert das Pop-Oratorium "Luther" den Reformator als großen Zweifler und Vorläufer des modernen Individualismus. Dass der protestierenden Mönch anderen Menschen ihre Zweifel, Protest und Widerstand scharf untersagt hat und schnell sehr staatstragend wurde, das will heute kaum mehr einer wissen. Aber man kann es wissen, wenn man sich zum Beispiel Luthers Haltung im Bauernkrieg anschaut. mehr

"Einen Menschen töten, heißt nicht eine Lehre verteidigen!"

Das Leben des Einzelnen ist mehr wert als die "Sicherung" einer religiösen Lehre. Was uns heute selbstverständlich ist, war für die Menschen im 16. Jahrhundert keineswegs so. Auch die Protestanten sahen in Andersgläubigen eine Gefahr für das Gemeinwesen. Einer, der schon früh und konsequent für Religionsfreiheit plädierte, war der Basler Humanist Sebastian Castellio. Gerade ist eine neue Biografie seines Lebens erschienen. Die Autorin Mirjam van Veen habe ich interviewt und für das Deustchlandradio ein kleines Porträt des Gelehrten geschrieben.

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Wer jetzt kein Grieche ist, hat kein Herz.

Griechenland-Flagge

Die Lage für Griechenalnd ist trostlos nach dem Brüsseler Gipfel. Not in my name! Ich schäme mich für eine Regierung, die vorgibt meine Interessen zu vertreten, dabei aber eine Politik im Interesse der Reichen und Mächtigen in Europa durchsetzt. Wenigtens ist die harte und demütigende Haltung der Bundesregierung als solche auch in den deutschen Medien erkannt worden. Noch klarer sieht man die Verhältnisse von außen. Ich empfehle das interessante Interview mit dem Amerikaner Mark Weisbrot in der taz, deutlich auch Jayati Gosh aus Indien. Ich selber habe am Gipfelsonntag Bernhard Emunds interviewt, der auch auf den Totalausfall der Kirchen in dieser Frage hinweist. mehr

Umgang mit Missbrauchsüberlebenden - nichts gelernt.

Beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz hat man nicht viel gelernt: Da begnet man Missbrauchsüberlebenden und ihren Familien weiter mit einer gönnerhaften Haltung von oben. Selbstkritik? Fehlanzeige. mehr

Hans Christoph Binswanger und Josef Ackermann: Ein extrem gemischtes Doppel.

Ackerman-Binswanger

Im Rahmen der Konferenz Ihr aber glaubet habe ich ein Gespräch mit Josef Ackermann und seinem Doktorvater Hans Christoph Binswanger geführt. Der Kollege Joachim Frank hat es launig besprochen. mehr

Gottes Werk und der Genossen Beitrag.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatten die evangelischen Landeskirchen Probleme, Kreditgeber zu finden und gründeten eigene Banken. Zwei evangelische Banken sind nach vielen Fusionen übrig geblieben. Agieren sie anders als weltliche Institute? mehr

Die Rücklagen wachsen - die Probleme auch.

Die steigenden Kirchensteuereinnahmen stellen die evangelischen Landeskirchen vor zwei Herausforderungen: Gegenüber der Öffentlichkeit muss man den Reichtum rechtfertigen. Intern wiederum kollidieren die steigenden Einnahmen mit den Planungsvorgaben, die spätestens seit 2006 auf weniger Geld eingestellt wurden. Eine Analyse der finanziellen Lage der evangelischen Kirchen. mehr

"Gott will in Dunkel wohnen."

Ein beeindruckendes Filmprojekt der Missbrauchsüberlebenden Susanne Jensen.

susajensen

Auch die Zeitschrift Publik Forum hat mit Pfarrerin Jensen ein starkes Interview geführt über Kreuz und Auferstehung. Weniger beeindrucken ist, was die EKD zur Bedeutung des Leidens Jesu veröffentlicht hat. Ich habe dazu mit einem der Autoren, Stephan Schaede, gesprochen. mehr

TTIP und die Kirchen.

Das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP, über das derzeit die USA und die Europäische Union verhandeln, wird auch unter Katholiken und Protestanten diskutiert. Die Kirchenleitungen tun sich mit einer Kritik daran schwer. mehr

Nicht nur Opfer und Bittsteller: Überlebende sexueller Gewalt.

Kirchen und Politik haben Hilfen bereitgestellt für Menschen, die in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden sind: Fonds für Hilfs- oder "Entschädigungs"-Zahlungen wurden aufgelegt. Damit aber erfahren die, an denen schwere Verbrechen begangen wurden, keine Gerechtigkeit, sondern sie werden in den Status von Hilfsempfängern und Antragstellern gedrängt. Überlebende sexueller Gewalt erzählen in einem Radiofeature, wie sie mit den damit verbundenen Zumutungen umgehen. Geschichten über Demütigungen und Selbstbehauptung. mehr

"Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern."

Im Vater Unser versprechen Christen jeden Sonntag einen Schuldenerlass. Aber das meinen sie wohl nicht so. Zumindest bleibt es in der Kirche merkwürdig still, obwohl das Thema Schulden und Schuldenerlaß grad wieder auf der politischen Agenda steht. mehr

Kirchens doppelte Haushaltsführung.

Kölner-Dom-Dreikönigsschrein

Das Erzbistum Köln hat seine Vermögensbilanz veröffentlicht. Aber was sagen die Zahlen eigentlich aus? mehr