Kapitalismus als Religion.


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Keine Religion sieht den Sinn des Lebens in der Anhäufung materieller Güter, doch wirtschaftliches Wachstum und Konsum bestimmen das gesellschaftliche und private Leben. Ist der Kapitalismus unsere wahre Religion? Der Theologe Ulrich Duchrow hat ein spannendes Büchlein über die drei Kapitalismuskritiker Martin Luther, Karl Marx und Papst Franziskus geschrieben. Er gibt im Interview Auskunft. mehr

How many drones ...

Barack Obama in Berlin

Barak Obama kommt zum Kirchentag nach Berlin und wird dort mit Angela Merkel zusammen auftreten. Die Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au freut sich, denn Präsident Obama und die Bundeskanzlerin sähen ihr Engagement als Politiker auch als Ausdruck ihres christlichen Glaubens. "Die Kirchentagsbewegung lebt von Menschen, die sich aus ihrem Glauben heraus für Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen", so die Kirchentagspräsidentin. An die Drohneneinsätze, die unter der Präsidentschaft von Obama zum bevorzugten Mittel der Terroristenbekämpfung wurden, dachte die Kirchentagspräsidentin dabei wahrscheinlich nicht. Die Drohnen töten in Ländern, denen nie der Krieg erklärt wurde, sie töten Zivilisten genauso wie vermeintliche Terroristen, denen nie ein Prozess gemacht wurde. Und sie werden so vermutlich zu einem Rekrutierungsinstrument für weitere Terroristen.
Was muss man machen, um nicht zum Kirchentag eingeladen zu werden, welche Verbrechen muss man begehen, um sich hernach nicht als guter Christ präsentieren zu dürfen? mehr

Leben auf dem Rad. Zwei Theologen auf Weltreise.

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Sie fahren immer wieder durch fast menschenleere Wildnis, sie übernachten im Zelt, sie leben spartanisch, sie kommen in Situationen, in denen sie auf die Hilfe fremder Menschen angewiesen sind. Warum machen sie das? Sportlicher Ehrgeiz, Erlebnishunger oder Sehnsucht nach Glück? Ich habe die beiden ein Stück begleitet und finde, ihre Radreise ist eine moderne Form der Pilgerschaft. Es gibt ein Radiofeature von mir über Imke Frodermann und Ralph Lang. Mehr über ihre Reise kann man auf ihrem Blog lesen. mehr

Reformation und Ökonomie

Reformation überall - da will ich auch meinen Senf dazugeben: In einem ARD-Radiofeature berichte ich über die mittelalterlichen Reformatoren vor Luther. Die Zeitschrift Publik Forum bringt eine schöne Serie über Reformatoren am Rande. Dazu habe ich zwei Kurzporträts über Andreas Bodenstein von Karlstadt und Christoph Schappeler beigesteuert. Und: bei der Reformation ging es ums Geld. Luther empörte sich in seinen 95 Thesen darüber, dass die Käuflichkeit des Heiles eine ehrliche Bußgesinnung zerstöre: ich zahle, also brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben. Ich erinnere an den Zusammenhang von Geld und Heil. Dazu gab es auch ein Feature von mir im Deutschlandradio Kultur.
Ablass mehr

"... daß wir frei sind und sein wollen." Luther und der Bauernkrieg.

Luther wird gerne als Vorkämpfer für Freiheit und modernen Individualismus gefeiert. Dass der protestierenden Mönch anderen Menschen ihre Zweifel, Protest und Widerstand scharf untersagt hat und schnell sehr staatstragend wurde, das will heute kaum mehr einer wissen. Aber man kann es wissen, wenn man sich zum Beispiel Luthers Haltung im Bauernkrieg anschaut. mehr

"Einen Menschen töten, heißt nicht eine Lehre verteidigen!"

Basel-Ansicht

Das Leben des Einzelnen ist mehr wert als die "Sicherung" einer religiösen Lehre. Was uns heute selbstverständlich ist, war für die Menschen im 16. Jahrhundert keineswegs so. Auch die Protestanten sahen in Andersgläubigen eine Gefahr für das Gemeinwesen. Einer, der schon früh und konsequent für Religionsfreiheit plädierte, war der Basler Humanist Sebastian Castellio. Eine neue Biografie seines Lebens ist letztes Jahr erschienen. Die Autorin Mirjam van Veen habe ich interviewt und für das Deustchlandradio ein kleines Porträt des Gelehrten geschrieben. mehr

Der Glaube ist nicht tot zu kriegen.

Woran Menschen glauben, gilt in Europa als Frage ihrer individuellen Überzeugung. Das war nicht immer so – erst ein langer und blutiger Weg hat zur Trennung von Kirche und Staat geführt. Und es wäre falsch zu schließen, dass Religion in modernen Gesellschaften zwangsläufig bedeutungslos wird. mehr

Der gestiefelte Karrierist

Altenberg Märchenwald

Katzen sind kluge Tiere: Sie verraten auch einiges über Gerechtigkeit im Kapitalismus. mehr

Es nicht genau wissen wollen: Die Katholische Kirche und der Missbrauch.

Sechs Jahre nach der Aufdeckung massenhaften Missbrauchs durch Geistliche in der katholischen Kirche ist das Ausmaß der Taten und der Umgang der Hierarchie mit Vorwürfen noch immer nicht absehbar: Das Bistum Hildesheim hat den Jesuitenpater Peter R. Anfang der 90er Jahre übernommen, obwohl Missbrauchsvorwürfe gegen ihn vorlagen.
Im Bistum Trier versäumten es die Bischöfe Marx und Ackermann im Jahr 2006 Missbrauchsvorwürfen nachzugehen: Die verschwanden dafür im Geheimarchiv des Bistums. mehr

Die Rücklagen wachsen - die Probleme auch.

Die steigenden Kirchensteuereinnahmen stellen die evangelischen Landeskirchen vor zwei Herausforderungen: Gegenüber der Öffentlichkeit muss man den Reichtum rechtfertigen. Intern wiederum kollidieren die steigenden Einnahmen mit den Planungsvorgaben, die spätestens seit 2006 auf weniger Geld eingestellt wurden. Eine Analyse der finanziellen Lage der evangelischen Kirchen. mehr

"Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern."

Im Vater Unser versprechen Christen jeden Sonntag einen Schuldenerlass. Aber das meinen sie wohl nicht so. Zumindest bleibt es in der Kirche merkwürdig still, obwohl das Thema Schulden und Schuldenerlaß grad wieder auf der politischen Agenda steht. mehr