Die Täter sind mit sich selbst barmherzig.

Das "Jahr der Barmherzigkeit", das Papst Franziskus ausgerufen hatte, ist zu Ende gegangen. Es hätte ein Anlass sein können, neu über Schuld und Vergebung in der Kirche zu reden. Denn die Kirche fordert nicht nur Barmherzigkeit mit dem ein, der "unter die Räuber gefallen ist", sondern auch gegenüber den Räubern.

Wilhelm Altheim Der barmherzige Samariter (1909) mehr

Reformation war mehr als Luther

Seit dem 31.10.2016 sind die offiziellen Feierlichkeiten in Gang; der Buchmarkt zu Luther und Reformation ist schon allenthalben explodiert. Da will ich auch meinen Senf dazugeben: Reformation war mehr als Luther. in einem ARD-Radiofeature berichte ich über die mittelalterlichen Reformatoren vor Luther. Die Zeitschrift Publik Forum bringt eine schöne Serie über Reformatoren am Rande. Dazu habe ich zwei Kurzporträts über Andreas Bodenstein von Karlstadt und Christoph Schappeler beigesteuert. Und: bei der Reformation ging es ums Geld. Luther empörte sich in seinen 95 Thesen darüber, dass die Käuflichkeit des Heiles eine ehrliche Bußgesinnung zerstöre: ich zahle, also brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn es sonst keiner macht, erinnere ich eben an den Zusammenhang von Geld und Heil.
Ablass mehr

"... daß wir frei sind und sein wollen." Luther und der Bauernkrieg.

Luther wird gerne als Vorkämpfer für Freiheit und modernen Individualismus gefeiert. Dass der protestierenden Mönch anderen Menschen ihre Zweifel, Protest und Widerstand scharf untersagt hat und schnell sehr staatstragend wurde, das will heute kaum mehr einer wissen. Aber man kann es wissen, wenn man sich zum Beispiel Luthers Haltung im Bauernkrieg anschaut. mehr

"Einen Menschen töten, heißt nicht eine Lehre verteidigen!"

Basel-Ansicht

Das Leben des Einzelnen ist mehr wert als die "Sicherung" einer religiösen Lehre. Was uns heute selbstverständlich ist, war für die Menschen im 16. Jahrhundert keineswegs so. Auch die Protestanten sahen in Andersgläubigen eine Gefahr für das Gemeinwesen. Einer, der schon früh und konsequent für Religionsfreiheit plädierte, war der Basler Humanist Sebastian Castellio. Eine neue Biografie seines Lebens ist letztes Jahr erschienen. Die Autorin Mirjam van Veen habe ich interviewt und für das Deustchlandradio ein kleines Porträt des Gelehrten geschrieben. mehr

Der Glaube ist nicht tot zu kriegen.

Woran Menschen glauben, gilt in Europa als Frage ihrer individuellen Überzeugung. Das war nicht immer so – erst ein langer und blutiger Weg hat zur Trennung von Kirche und Staat geführt. Und es wäre falsch zu schließen, dass Religion in modernen Gesellschaften zwangsläufig bedeutungslos wird. mehr

Jürgen Moltmann und die Hoffnung.

Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag. Eine kurze kritische Würdigung im Deutschlandradio. Und wer es genauer wissen will: Eine längere Auseinandersetzung mit der Zukunftsorientierung bei Moltmann: Braucht es heute nicht (auch) eine Theologie, die das Vorhandene wahrnimmt statt das Kommende zu erwarten?

Jürgen Moltmann Stuttgart 2016 mehr

Der gestiefelte Karrierist

Altenberg Märchenwald

Katzen sind kluge Tiere: Sie verraten auch einiges über Gerechtigkeit im Kapitalismus. mehr

Es nicht genau wissen wollen: Die Katholische Kirche und der Missbrauch.

Sechs Jahre nach der Aufdeckung massenhaften Missbrauchs durch Geistliche in der katholischen Kirche ist das Ausmaß der Taten und der Umgang der Hierarchie mit Vorwürfen noch immer nicht absehbar: Das Bistum Hildesheim hat den Jesuitenpater Peter R. Anfang der 90er Jahre übernommen, obwohl Missbrauchsvorwürfe gegen ihn vorlagen.
Im Bistum Trier versäumten es die Bischöfe Marx und Ackermann im Jahr 2006 Missbrauchsvorwürfen nachzugehen: Die verschwanden dafür im Geheimarchiv des Bistums. mehr

Hans Christoph Binswanger und Josef Ackermann: Ein extrem gemischtes Doppel.

Ackerman-Binswanger

Im Rahmen der Konferenz Ihr aber glaubet habe ich ein Gespräch mit Josef Ackermann und seinem Doktorvater Hans Christoph Binswanger geführt. Der Kollege Joachim Frank hat es launig besprochen. mehr

Gottes Werk und der Genossen Beitrag.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatten die evangelischen Landeskirchen Probleme, Kreditgeber zu finden und gründeten eigene Banken. Zwei evangelische Banken sind nach vielen Fusionen übrig geblieben. Agieren sie anders als weltliche Institute? mehr

Die Rücklagen wachsen - die Probleme auch.

Die steigenden Kirchensteuereinnahmen stellen die evangelischen Landeskirchen vor zwei Herausforderungen: Gegenüber der Öffentlichkeit muss man den Reichtum rechtfertigen. Intern wiederum kollidieren die steigenden Einnahmen mit den Planungsvorgaben, die spätestens seit 2006 auf weniger Geld eingestellt wurden. Eine Analyse der finanziellen Lage der evangelischen Kirchen. mehr

"Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern."

Im Vater Unser versprechen Christen jeden Sonntag einen Schuldenerlass. Aber das meinen sie wohl nicht so. Zumindest bleibt es in der Kirche merkwürdig still, obwohl das Thema Schulden und Schuldenerlaß grad wieder auf der politischen Agenda steht. mehr